Flugrettung: Millionenauftrag an Airbus Helicopters für 15 Maschinen

Die ÖAMTC-Flugrettung investiert in Flotten-Modernisierung. Man entwickelte die neue Hubschrauber-Generation mit.
Links der aktuelle H135, rechts der neu entwickelte H140 von Airbus Helicopters.

Vor 42 Jahren, am 15. September 1984, hob ein gelber Rettungshubschrauber das allererste Mal von Wiener Neustadt (NÖ) zu einem seiner lebensrettenden Einsätze ab. Der Tag gilt als Geburtsstunde der Flugrettung in Österreich.

Mittlerweile sind es fast 22.000 Einsätze im Jahr, die der ÖAMTC als Platzhirsch mit seiner Flugrettungsflotte von 18 ganzjährigen und vier Winter-Standorten bestreitet. Das bedeutet im Schnitt 59 Einsätze pro Tag.

Um die notfallmedizinische Versorgung in Österreich auch in Zukunft zu gewährleisten, stand bei der Flugrettung eine wichtige strategische Entscheidung an. Und zwar die Beschaffung neuer Helikopter.

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Der Grundstein dafür wurde vor einem Jahr auf der Verticon Fachmesse in Texas gelegt, als die ÖAMTC-Flugrettung zusammen mit der deutschen ADAC-Luftrettung einen Partnervertrag mit Airbus Helicopters abschloss.

Durch die Partnerschaft konnten Spezialisten beider Organisationen an der Entwicklung des neuen Airbus H140 mitarbeiten und ihr Know-how aus Sicht des Patiententransports einbringen. „Unsere jahrzehntelange Expertise ist unmittelbar in die Entwicklung eingeflossen“, sagt Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung.

Größere Kabine für Patiententransport

Das Resultat dieser Entwicklung sind beispielsweise größere Schiebetüren und eine Heckklappe sowie eine größere Kabine im Vergleich zum Vorgängermodell H135. „Die größere Kabine erlaubt umfassende medizinische Interventionen bereits während des Fluges sowie den Transport besonders komplexer Notfallpatienten über weite Distanzen“, heißt es beim ÖAMTC.

Lange Lieferzeit

Am 11. März wurde ein strategischer Rahmenvertrag mit Airbus Helicopters abgeschlossen. Er sichert der Flugrettung ab dem Jahr 2028 den Zugriff auf fünf Hubschrauber des Typs H135 Helionix (Weiterentwicklung des H135) sowie zehn neue Maschinen des Modells H140. „Bei der Beschaffung von Notarzthubschraubern ist mit Lieferzeiten von mehreren Jahren zu rechnen. Wer morgen mit modernster Technik Menschenleben retten will, muss sich daher bereits heute Produktionskapazitäten sichern“, erklärt Trefanitz.

Was den Kaufpreis der Maschinen anbelangt, schweigen sich alle Beteiligten aus. In einer Standardausführung werden von Branchenmagazinen ungefähr neun Millionen Euro für den neuen H140 angenommen. Durch die teure Anschaffung sollen in den kommenden Jahren schrittweise ältere Maschinen der Flotte ersetzt werden. „Die alten Maschinen werden im Zuge der Flottenerneuerung sukzessive verkauft“, heißt es auf Anfrage des KURIER.

Marco Trefanitz (li.) bei der Unterzeichnung des Vertrages bei Airbus Helicopters

Marco Trefanitz (li.) bei der Unterzeichnung des Vertrages bei Airbus Helicopters

Finanzierungsmodell auf vier Säulen

Aktuell fliegt der ÖAMTC mit 29 Hubschraubern des Typs H135, darunter neun Maschinen der neuesten Generation H135 Helionix.

Die Finanzierung der Flugrettung steht auf vier Säulen. Die Bundesländer beteiligen sich an den Kosten für die Notfallversorgung, dazu kommen die Beiträge der Sozialversicherungsträger und der Privatversicherungen – bei Flügen nach Sport- oder Freizeitunfällen am Berg.

Die vierte Säule stellen die ÖAMTC-Mitgliedsbeiträge dar. Ein Euro pro Jahr und Mitglied fließen in die Flugrettung, 2,5 Millionen Mitglieder hat der Club.

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