Chronik | Österreich
22.06.2018

Flashmob gegen Schließung des Restaurant Sperl

Trotz gut laufendem Geschäft macht der Wirt Schluss. Nun werden Gerüchte über den angeblichen Abriss des Hauses laut.

Gastronomie. Sperrstund’ war, gestern gestern, Donnerstag, im Restaurant Sperl in der Karolinengsse in Wien-Wieden. Auf Facebook erklärte Betreiber Karl Sperl , dass in der Gastronomie „alles sehr schwer“ geworden sei: „Allergene, Registrierkassa, Raucher-Nichtraucher, Lohnnebenkosten für durchschnittlich 23 Mitarbeiter, bei 25 wird man schon bestraft, da man keinen Mitarbeiter hat, welcher eine Behinderung hat. Unsere Behörden machen dann den Rest.“ Nun sehe Sperl keinen anderen Ausweg, als sein Lokal zu schließen.

Die Grünen veranstalteten deshalb sogar einen Flashmob am Donnerstag. Hauptgrund dafür war aber nicht die Schließung an sich: „Wir haben gehört, dass das Haus vom neuen Eigentümer abgerissen werden soll“, sagt Claudia Neuroth von den Grünen Wieden. Sie vermuten, dass mit dem Abriss die jüngste Novelle der Wiener Bauordnung ausgehebelt werde soll, die Bauspekulation von alten Häusern in Wien unterbinden mag. Sperl war für den KURIER nicht erreichbar.

Auch „Zuckergoscherl“ zu

Diese Woche wurde eine weitere Schließung bekannt, jene des Café Zuckergoscherl am Rochusmarkt im dritten Bezirk. Schon vor zwei Wochen wurde der Gastgarten weggeräumt, da sprach man noch von einer vorübergehenden Schließung wegen „technischer Probleme“. Betreiber Marcus Langhammer resignierte auf Facebook: „Ein Jahr des Kämpfens, des Willens, der vollen Hingabe haben nicht gereicht. Mit sehr hohen Pachtkosten, (...) Mitarbeiterkosten, Einkaufskosten, weil wir keinen S... gekauft und verkocht haben.“ Das Zuckergoscherl soll nun von den Eigentümern weitergeführt werden. Die Pacht von Langhammer ist laut eigenen Angaben beendet.