Für immer fit: Jung und Alt trainieren jetzt gemeinsam

Die Yoga-Lehrerin unterstützt zwei Turnerin beim Muskeltraining auf der Matte.
In Wien gibt es ein neues Bewegungs-Angebot für alle Generationen. Im Yoga-Studio stärken sie gemeinsam Gleichgewicht und Muskulatur.

"Halte die Übung noch für drei, zwei, eins", sagt Ariane Steyrer, Yogalehrerin im Feelgoodstudio im vierten Bezirk. Sanft lassen sich die Teilnehmerinnen zurück auf ihre Matte senken. Statt Yoga und Pilates findet im Übungsraum in der Paulanergasse ein besonderes Programm statt: "Generationen in Bewegung". 

Seit 2012 zeigt das Generationencafé Vollpension, wie gut Jung und Alt harmonieren können. 

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Jeden Dienstag um 15 Uhr findet nun im Feelgood-Studio eine generationenübergreifende Klasse statt, zu der alle Altersgruppen eingeladen sind. Auch der KURIER war dabei.

Sanfte Gitarrenmusik ertönt aus den Lautsprechern, blaue Matten liegen auf dem Boden. Auf einer hat bereits eine Dame in schwarzer Sportkleidung Platz genommen. Eifrig wartet die 73-jährige Maria (die in Wirklichkeit anders heißt) auf den Beginn der Stunde. „Das Leben bewegt einen, da gibt es keine Altersgrenze“, sagt sie. Als die Trainerin den Raum betritt, begrüßen die beiden einander herzlich – Maria ist schon zum dritten Mal hier.

Schnappt euch eure Oma, den Papa oder das Enkerl - bei "Generationen in Bewegung" sind alle Altersgruppen willkommen.

Adresse: Paulandergasse 13, 1040 Wien

Zeit: Jeden Dienstag um 15:00 Uhr (60 Minuten)

Anmeldung unter: https://www.feelgoodstudio.at/ 

Ein erster Schritt

Für Angelika (67) hingegen ist es der erste Besuch. Halb so wild, Vorkenntnisse sind keine notwendig. Die Bewegungsabläufe werden an das Level der Teilnehmer angepasst. „Es ist eine Herausforderung, Bewegungen zu wählen, die für alle Generationen machbar sind. Es soll etwas Brauchbares für Jung und Alt dabei sein“, erklärt die 33-jährige Yogalehrerin. Bewegung sei in jedem Alter essenziell, um fit zu bleiben. Vor allem im eisigen Winter sei es wichtig, die Sturzgefahr zu minimieren – das gehe am besten, wenn man an der Beweglichkeit arbeitet.

Ähnlich wie beim Konzept des Generationencafés soll der Altersunterschied keine Rolle spielen. Voneinander lernen und unterschiedliche Generationen zusammenzubringen, soll neben dem Fitnessaspekt das Ziel sein.

Zu Beginn fragt Steyrer, ob es in Ordnung sei, wenn sie Übungen mit Berührungen unterstützt. „Ich schaffe das nicht“, sagt Neuankömmling Angelika seufzend bei einer Übung. „Das macht nichts, jede kann die Übung so machen, wie sie möchte“, entgegnet die Trainerin und hilft.

Menschen fordern und fördern

Der jungen Yogalehrerin entgeht außerdem nichts: In der einbeinigen "Flugzeugpose" wollte sich eine Teilnehmerin wegen eines Muskelkaters vom Vortag etwas rausschummeln. Da stand Ariane schon an der Matte und motiviert sie, noch mehr zu geben. Dass das gut funktioniert, zeigt abermals ihre Mattennachbarin Maria, als sie vor Ariane begeistert eine Übung ausführt, die die vergangenen Wochen noch nicht so geklappt hat: "Schau, jetzt bist du erst drei Mal da und hast es in so kurzer Zeit gelernt", lobt die 33-Jährige.

Ihr sei es wichtig, die Leute mit Spaß und guter Musik zu Bewegung zu animieren, sagt Steyrer. „Ich möchte Energie in meine Stunden reinbringen und schauen, wo ich die Menschen individuell fordern und fördern kann.“ Dafür sei Offenheit auf beiden Seiten notwendig. „Die Menschen müssen bereit sein, sich darauf einzulassen. Wenn sie das tun, kann ein guter Austausch stattfinden.“

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Nach 60 Minuten ist es geschafft. Auf die Frage nach ihrem ersten Eindruck von der Generationenbewegung sagt Frau Angelika schmunzelnd: „Ich habe gemerkt, dass ich ganz schön eingerostet bin.“ Die sanften Abläufe hätten ihr aber gut gefallen. So gut, dass sie sich gleich bei Ariane Steyrer erkundigt, wann denn die nächste Stunde stattfindet. Denn sie habe fest vor, wiederzukommen.

Info: feelgoodstudio.at

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