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Chronik Österreich
06/12/2020

"Fensterl Parade" statt Regenbogenparade: Zeichen für Toleranz

Statt mit einer Parade wird heuer im Privaten mit Regenbogenfahnen für Sichtbarkeit und Solidarität der LGBTIQ-Community ein Zeichen gesetzt.

von Laura Schrettl

Bunt, laut und voller feiernder Menschen: So hätten Wiens Straßen heute eigentlich aussehen sollen. An diesem Samstag wäre die jährliche Vienna Pride Parade gewesen. Aber aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Regenbogenparade abgesagt. Statt der traditionellen Parade findet heuer eine "Fensterl Parade" statt. 

Jeden der mitmachen möchte, ruft die Community dazu auf, Fenster, Balkon oder Garten in ganz Österreich in den Regenbogenfarben zu gestalten. Die passende Regenbogenfahne im "Fensterl Design" kann man sich an zahlreichen Stellen abholen. 

Aufruf an heterosexuelle Menschen 

Auch heterosexuelle Menschen können mitmachen. Sie werden dieses Mal sogar konkret dazu aufgerufen. „Das ist einfach ein starkes Zeichen von Solidarität, indem du auch dein Fenster schmückst. Und damit vielleicht sogar Menschen schützt, die aus Angst vor einem Outing vor den Nachbarn oder Passanten nicht dabei sein wollen“, sagt Lisa Holzinger vom Verein SISTERS - für queer feministische Kunst und Kultur.

Sichtbar sein 

Der Corona-bedingte Lockdown hatte auch die LGBTIQ-Community getroffen, also lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, intergeschlechtliche und queere Menschen. Vereine und queere Räume mussten temporär schließen, Beratungsstellen waren nur eingeschränkt erreichbar. „Von einem Tag auf den anderen waren wir nicht mehr sichtbar“, sagt Holzinger. „Und für Minderheiten ist Sichtbarkeit ganz wichtig. Weil Sichtbarkeit Zugehörigkeit schafft und dadurch Realität entsteht. Und die Realität ist in Österreich mitunter aber leider noch immer Diskriminierung und Angst“, sagt Holzinger.

Laut einer aktuellen EU-Studie fühlen sich 40 Prozent der LGBTIQ-Personen in Österreich diskriminiert. Nur etwa die Hälfte der Befragten geht in Österreich offen mit ihrer Sexualität um. 

In Wien sind von 14 bis 18 Uhr Lastenräder durch die Stadt unterwegs und sorgen für die Beschallung der Fenster und Grätzl. Die Fahrten finden in Kleingruppen statt, Interessierte können sich anschließen.

  1. „Sappho shows Hermes the way -  hosted by Hermes Radbot*innen / Seestadt Aspern 14:00 - Floridsdorfer Spitz 15:00 - Brigittaplatz 16:00 - Altes AKH 17:00 - Rathauspark 17:30
  2. „GREENwich Village " hosted by Platz Für Wien / Lusthaus Prater 14:00 - Bednar Park (Nordbahnhof) 15:00 - Donaukanal - Stubenbastei 16:00  - Auerspergastraße 15 (WAST, Wiener Antidiskriminierungsstelle) 17:00 - Rathauspark 17:30 
  3. „Kick-ass Queens " hosted by Radlobby / Schloss Schönbrunn 14:00 - Schönbrunner Straße -  - Gumpendorfer Straße - Rathauspark 17:30
  4. „call me by your cycle" hosted by Cycle Cinema Club / Columbusplatz 14:00 - Elisabethplatz 15:00 - Margaretenplatz 16:00 -  Linke Wienzeile (Café Savoy, Regenbogenvilla) - Rathauspark 17:30
  5.  „Full contact" hosted by Vienna Roller Derby / Yppenplatz 14:00 - Elterleinplatz - Alsergrund - Josefstadt - Neubau -  Rathauspark 17:30

Auch Michael Ludwig zeigt Flagge 

Eine Abschlusskundgebung wird es dieses Jahr nicht geben. Der Rathausplatz wird jedoch zum "Regenbogenplatz": Die Wiener Antidiskriminierungsstelle wird Regenbogenfahnen im Design von 2020 austeilen und es wird einen Fotopoint geben. Musik und Gastronomiebetriebe fallen heuer aus. Aber Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat bereits den Rathausbalkon geschmückt.

Mehr Infos gibts unter http://www.fensterlparade.org/.

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