Chronik | Österreich
25.02.2018

Familientragödie: Täter offenbar psychisch krank

Die genaue Ursache der Bluttat ist nach wie vor unklar, eine Befragung soll Klarheit bringen.

Nach wie vor herrscht Rätselraten über das Motiv jenes 51-jährigen Oststeirers, der am Samstag in St. Stefan im Rosental mit einem Küchenbeil seine beiden Geschwister (56 und 52) tötete und seine Mutter (75) schwer verletzte. Die Frau wurde in Graz notoperiert – sie schwebte am Sonntag weiterhin in Lebensgefahr.

An eine Befragung der Frau war bis dato nicht zu denken, erklärte Polizeisprecherin Madeleine Heinrich. Das Landeskriminalamt habe die Ermittlungen übernommen, die Leichen wurden zur Obduktion in die Gerichtsmedizin überstellt.

Klarheit könnte in den nächsten Tagen die Befragung der Angehörigen bringen. Der Sohn der getöteten Schwester, der die blutüberströmten Opfer fand, und weitere Familienmitglieder werden derzeit von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Dass ein Familienzwist zur der Tragödie geführt hatte, steht mittlerweile außer Frage. "Wir wissen, dass es immer wieder zu Streitigkeiten gekommen war", sagt Heinrich. Ob aber tatsächlich – wie mehrere Medien gemutmaßt hatten – ein Streit um das Erbe der Auslöser war, konnte die Polizeisprecherin nicht sagen. Eine gewisse Rolle könnte auch der psychische Zustand des 51-Jährigen, der sich nach der Tat in der Scheune erhängte, gespielt haben. Heinrich: "Er dürfte psychisch labil gewesen sein und gesundheitliche Beeinträchtigungen gehabt haben."

"Sonderbarer Mensch"

Das legen auch die Schilderungen von Bürgermeister Johann Kaufmann (ÖVP) nahe. "Er war ein sonderbarer Mensch", erzählt er dem KURIER. Im Ort sei bekannt gewesen, dass der 51-Jährige psychische Probleme hatte und deswegen mehrmals in der Grazer Landesnervenklinik behandelt wurde. Der Mann sei eher zurückgezogen und ungepflegt gewesen, sagt Kaufmann. "Dadurch ist er aufgefallen. Man hat gemerkt, dass er Probleme hat."