Chronik | Österreich
04.04.2017

Fall Jennifer V.: Mordverdächtiger erneut auf freiem Fuß

Das Gericht lehnte U-Haft für nahen Verwandten der 26-Jährigen ab. Es würden klare Hinweise auf ein Fremdverschulden beim Tod der jungen Mutter fehlen.

Bereits zum zweiten Mal wurde ein Verwandter von Jennifer V. am Dienstag aus der Untersuchungshaft entlassen. Für die Ermittler steht der Mann unter Mordverdacht. Am Montag vergangener Woche wurde der Unterländer nach 15 Tagen in Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt.

Das Gericht ortete zwar einen Tatverdacht, allerdings keinen dringenden. Das war nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Jeniffer V. zwar schon seit 2. Februar abgängig war, ihre sterblichen Überreste allerdings zunächst nicht gefunden werden konnten. Gegen den Mann würden somit nur Indizien vorliegen, die ihn belasten, befand der Haftrichter vergangen Woche.

Nachdem am Samstag eine Leiche aus dem Inn geborgen wurde, die später als die sterblichen Überreste von Jennifer V. identifizert wurde, verhaftete die Polizei den Verwandten der zweifachen Mutter erneut. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck blitzte allerdings heute, Dienstag, mit ihrem Antrag auf Untersuchungshaft ab.

Todesursache fraglich

Der Tatverdacht gegen den Mann sei nicht als dringend beurteilt worden, erklärte ein Sprecher der Anklagebhörde nach der Haftprüfung. Dies hänge damit zusammen, dass die Todesursache nicht mehr festgestellt habe werden können. Es gebe „keine klaren Hinweise auf Fremdverschulden“.

Die Leiche von Jennifer V. dürfte, wie berichtet, rund acht Wochen im Wasser gelegen haben, ehe sie im Rechen das Kraftwerks Kirchbichl entdeckt wurde. Das erschwert die Arbeit der Gerichtsmediziner. Eine eindeutige Todesursache wird möglicher Weise nie festgestellt werden können.

Die Frau verschwand im Februar, nachdem sie ihre Schicht bei einem Unterländer Pharma-Unternehmen beendete hatte. Wie der Verdächtige eingestand, hatte er sie am fraglichen Abend mit einem schwarzen Taxi-Bus abgeholt. Sie sei aber später in ein anderes Auto eingestiegen. Mit dem Verschwinden von Jennifer V. wollte der Mann aber nichts zu tun haben. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Jennifer V. hinterlässt zwei kleine Kinder.