Ein Turmfalkenpaar hat sich an der Fassade eingenistet und betreut dort ihre Brut.

© APA/MED CAMPUS GRAZ

Steiermark
06/23/2016

Falken bremsen Bauarbeiter der Med-Uni Graz aus

Turmfalken haben sich in Fassade des Rohbaus eingenistet. Fassadenarbeiten werden für zwei Wochen kleinräumig ausgesetzt, bis die vier Jungvögel flügge sind.

Auf der Großbaustelle des Med-Campus der medizinische Universität Graz ist es aufgrund von tierischen Gästen zu einer Bauunterbrechung gekommen: Ein Turmfalkenpaar hat sich an der Fassade eingenistet und betreut dort - voraussichtlich noch zwei Wochen - ihre vierköpfige Brut. Zu Verzögerungen bei der Gesamtfertigstellung werde es nicht kommen, teilte die Med-Uni Graz am Donnerstag mit.

An dem Komplex, in dem ab Oktober 2017 rund 1.200 Medizinstudenten unterrichtet werden und Gesundheitsforschung stattfinden soll, werden zurzeit die Fassadenverkleidungsarbeiten durchgeführt. Bauarbeiter entdeckten dabei am Mittwoch das gefiederte Quartett in einer Nische, die mit Dämmwolle umgeben ist.

Bauarbeiten im Bereich des Nestes unterbrochen

Die ökologische Bauaufsicht und der Naturschutzbeauftragte der Stadt Graz haben eine rund zweiwöchige Pause im unmittelbaren Bereich des "Nestes" erwirkt. Im weiteren Umfeld können die Arbeiten weitergeführt werden, hieß es vonseiten der Med-Uni.

In zwei Wochen flügge

Hartwig Pfeifhofer, Leiter der steirischen Landesgruppe von BirdLife Österreich, schätzte im Gespräch mit der APA, dass die kleinen Nesthocker in den kommenden beiden Wochen tatsächlich flügge sein könnten und dann nicht mehr auf die bisherige Unterkunft angewiesen sein werden. "Falken verlassen ihren Platz, wenn sie fliegen. Die ursprünglichen Felsbrüter nisten vor allem in alten Elstern- und Aaskrähennestern. Sie horsten aber auch an Gebäuden inmitten von Großstädten sowie an einzelstehenden Bauwerken wie Burgen, Kirchen, Industriegebäuden und Autobahnbrücken oder auch auf Hochspannungsmasten", schilderte der Ornithologe.

Der Vogel hat sich laut Pfeifhofer auf die Jagd nach Mäusen spezialisiert und benötigt halboffene bis offene Landschaften als Jagdgebiete mit freien Flächen mit niedriger oder lückenhafter Vegetation. Die Art ist neben dem Mäusebussard die am weitesten verbreitete und häufigste Greifvogelart der Steiermark. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen in den offeneren Bereichen des Alpenvorlandes.

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