© Georg Diener/Agentur Diener/Georg Diener

Commerzialbank
09/22/2021

Ex-Banker Pucher setzte mit Minen-Aktien privates Geld in den Sand

Die Ermittler der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft durchleuchteten die Wertpapierdepots der Familie Pucher.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Merrex Gold, Yamana Gold oder Newmont Mining – vor allem Aktien von kanadischen und US-amerikanischen Minenunternehmen standen beim burgenländischen Banker Martin Pucher hoch im Kurs – jedenfalls was private Investments anlangt. Das nahmen nun die Ermittler der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zum Anlass, die Wertpapierdepots der Familie Pucher zu durchleuchten. Im Mittelpunkt stehen die vier Depots von Puchers Ehefrau und den drei Töchtern, die bereits im Jahr 1997 eröffnet worden sind.

Fakt ist, dass auf den vier Depots Aktien und Optionen im Wert von insgesamt 883.000 Euro angeschafft wurden. Außerdem wurden im Mai 2011 drei anonyme Wertpapierkonten auf die Depots der Töchter übertragen. Laut Aktenlage erfolgten auf die vier Depots (von Jänner 2007 bis November 2011) Gutschriften in Höhe von insgesamt 575.500 Euro, davon allein 398.000 Euro auf das Wertpapierkonto von Puchers Frau.

Riskante Geschäfte

„Die getätigten Investitionen tragen unzweifelhaft die Handschrift von Martin Pucher. Es wurden besonders risikobehaftete Derivatgeschäfte (Optionsscheine) und schwerpunktmäßig Wertpapiere (Aktien) von Minenunternehmen und rohstoffverarbeitenden Unternehmen erworben“, hält ein Ermittler in seiner 45 Seiten starken Analyse fest. „Die Ankäufe auf den drei anonymen Wertpapierkonten wurden im Wesentlichen mittels Bareinzahlungen finanziert. Die Herkunft der Mittel ist nicht ausreichend verifizierbar.“ Die vorliegenden Belege seien lückenhaft.

Laut einer früheren Bankmitarbeiterin soll Pucher, der 360.000 Euro im Jahr brutto verdiente, die Wertpapierkäufe „synchron getätigt“ haben. Doch dabei hatte er kein glückliches Händchen. „Eine stichprobenartige Recherche der Kursverläufe ergab, dass ab dem Jahr 2011 bis zur Schließung der Bank im Juli 2020 fast durchgehend massive Kursverluste zu beobachten waren“, hält ein Ermittler fest. „Die Kursverluste hätten einen gewissenhaften Anleger unweigerlich dazu bewogen, Verluste durch zeitgerechte Veräußerungen zu minimieren und dadurch freigewordene finanzielle Mittel für neue Investitionsmöglichkeiten zu verwenden.“ Am Ende betrug der Verkehrswert der vier Depots bei Schließung der Bank im Juli 2020 nur noch 479.000 Euro.

Indes haben die Wertpapierdepots auch die Finanz auf den Plan gerufen.

Laut einem aktuellen Amtshilfeersuchen der Steuerfahndung soll Martin Pucher am 8. September 2008 seiner Frau ein Wertpapierdepot bei einer Schweizer Bank übertragen haben. Diese Schenkung soll aber nicht dem Finanzamt gemeldet worden sein.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.