Das Haus des Ermordeten in Graz.

© Elisabeth Holzer

Chronik Österreich
06/02/2020

Ermordeter Grazer wird Fall für Aktenzeichen XY

Fünf Jahre nach der Tat startet das Cold-Case-Team die Suche nach Hinweisen erneut.

von Elisabeth Hofer

Es war der 20.Juli 2015 kurz vor Mitternacht, als sich Helmut G. blutüberströmt und schwerstverletzt zu seinen Nachbarn in Graz-Kehlberg schleppte. Dort brach er zusammen und starb kurz darauf. Vier Messerstiche, stellte man später fest, hatten den 54-jährigen Mann getötet.

Wer ihn umgebracht hat, ist bis heute – fast fünf Jahre nach der Tat – nicht bekannt. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Steiermark blieben ohne Erfolg, die Tatwaffe wurde nie gefunden. Auch im Familienkreis von Helmut G. ergaben sich keine Hinweise auf einen möglichen Täter. Schlussendlich landete der Fall beim Cold-Case-Management des Bundeskriminalamtes in Wien. Doch auch die neuerliche Bewertung der Spuren durch Chefinspektor Kurt Linzer und sein Team führte bisher zu keinen neuen Ermittlungsansätzen.

Nun wendet sich die Polizei mit dem Fall erneut an die Öffentlichkeit. Wie das BK mitteilt, wird der Mord an Helmut G. am Mittwoch um 20.15 Uhr im Rahmen der Sendung „Aktenzeichen XY“ im deutschen Fernsehen ZDF behandelt werden. Und auch in der kommenden Staffel des KURIER-True-Crime-Podcasts Dunkle Spuren wird es um die Tat gehen.

Durch die Ausstrahlung erhoffen sich die Ermittler vor allem Hinweise auf die Fragen, zu wem Helmut G. Kontakt hatte, welche Lokale er in seiner Freizeit besuchte und welchen Tätigkeiten oder Hobbys er nachging.

Der alleine lebende Mann arbeitete zum Zeitpunkt seines Todes als Leiharbeiter, war ca. 169 cm groß, hatte grau-weiß meliertes kurzes Haar und einen Dreitagebart. Am linken Oberarm trug er eine Tigerkopf-Tätowierung. Außerdem galt G. als Tierliebhaber – in seinem Haus lebte er mit 16 Katzen.

Flucht am Fahrrad

Der bislang einzige konkrete Hinweis auf den Täter sind Aussagen von Nachbarn, die unmittelbar nach der Tat eine männliche Person auf einem Fahrrad flüchten gesehen haben wollen. Auch unbestätigte Gerüchte über eine angebliche Verbindung von Helmut G. zum Rotlicht-Milieu gab es immer wieder.

„Die Schwierigkeit in diesem Fall liegt unter anderem in der Frage zum Motiv. Wir wissen noch zu wenig über das Opfer selbst und seine Kontakte“, erklärt Chefermittler Linzer. „Der Täter hat jedenfalls sehr planend agiert, was einen Bezug zwischen Opfer und Täter ableiten lässt.“

Hinweise zum Mord an Helmut G. bitte an das Bundeskriminalamt unter der Nummer: (01)24836/985025.

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