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Kufstein
01/16/2014

Ermordete Studentin: Phantombild soll zu Täter führen

Polizei fahndet nach Verdächtigem. 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Im Fall der in Kufstein in Tirol getöteten Lucille K. hat die Polizei Tirol nun ein Phantombild veröffentlicht. Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens an der 20-jährigen Studentin aus Frankreich führen, wurde zudem eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Der Verdächtige wurde als 35 bis 40 Jahre alt und zwischen 1.70 und 1.80 Meter groß beschrieben. Bekleidet war er mit einer grünen Parka-Jacke, einer schwarzen Hose, einem gelben T-Shirt sowie einer schwarzen Kappe. Er trug eine Brille sowie einen auffälligen Oberlippenbart.

Das Landeskriminalamt Tirol nimmt unter der Telefonnummer 059/133703333 Hinweise entgegen. Diese werden auf Wunsch vertraulich behandelt.

Die Leiche der jungen Frau, die aus der Gegend von Lyon stammte und seit vier Monaten im Rahmen eines Austauschprogrammes in Kufstein studierte, war am Sonntag von Polizisten am Ufer des Inns im Stadtgebiet von Kufstein entdeckt worden. Freunde und Studienkollegen hatten die junge Frau zuvor als vermisst gemeldet. Todesursache waren laut Obduktion heftige Schläge auf den Kopf. Bei der Tatwaffe soll es sich laut Ermittlern um einen harten Gegenstand gehandelt haben.

Fachhochschule unter Schock

Noch drei Wochen, dann wäre Lucille K. wieder in ihre Heimat gereist. Doch das Ende ihres Auslandssemesters in Tirol sollte die Austauschstudentin von der Universität Lyon nicht mehr erleben. Am Sonntagvormittag fand die Polizei die Leiche der 20-Jährigen am Ufer des Inn in Kufstein. Wie die Polizei am Montag nach der Obduktion bekannt gab, wurde die junge Frau Opfer eines Gewaltverbrechens. „Sie hat einige Schläge mit einem derzeit unbekannten Gegenstand auf ihren Kopf erhalten. Diese Schläge waren sehr massiv“, berichtete Chefermittler Walter Pupp bei einer Pressekonferenz.

Vom Täter fehlt vorerst jede Spur. Fest steht jedoch, dass die Französin in der Nacht auf Sonntag auf dem Weg zu einer Freundin war und dabei mit ihr telefoniert hat. „Das Gespräch riss dann aber plötzlich um 23.45 Uhr ab“, schilderte Pupp. Die Freundin habe noch versucht, die Studentin zurückzurufen, konnte aber keinen Kontakt mehr herstellen. Als Lucille am nächsten Morgen nicht wieder in ihre Unterkunft zurückgekehrt war, erstatteten Freunde und Bekannte Vermisstenanzeige.

„Wir haben über Facebook erfahren, dass sie verschwunden ist. Wir sind alle geschockt“, erzählt Viviana Marchi aus Bergamo. Die Italienerin ist eine von 80 Austauschstudenten an der FH Kufstein, die viel miteinander unternehmen. Die 20-Jährige kannte die Französin gut. „Wir haben alle zusammen gefeiert. Sie war sehr lustig und mit jedem befreundet.“

Auf dem Campus ist die schwarze Fahne gehisst. Die Bestürzung über das brutale Verbrechen ist groß. „Ich komme aus Paris. In einer großen Stadt rechnet man mit so etwas. Aber hier in Kufstein?“, kann auch Studienfreund Louis Jalaber nicht fassen, was passiert ist.

Große Verunsicherung

Die vermeintliche Sicherheit in der Stadt am Inn ist für viele der internationalen Studenten ein Hauptgrund, ihr Erasmus-Programm in Kufstein zu absolvieren, erklärt Thomas Madritsch, Geschäftsführer der Fachhochschule: „Umso geschockter sind wir.“ Den Studenten habe man psychologische Hilfe angeboten. In einem Gedächtnisraum wurde ein Foto der 20-Jährigen aufgestellt. Es zeigt sie mit einem Lächeln, das laut ihren Freunden so typisch für sie war.

Über die Hintergründe der Tat kann vorerst nur spekuliert werden. Die Handtasche und das Handy der Frau sind jedoch verschwunden.Walter Pupp sagte am Montagabend, in der ORF-Fernsehsendung "Tirol heute", dass ein Sexualdelikt auszuschließen

sei. Vermutlich handle es sich um einen Raub mit Tötungshandlung, so der Ermittler.

Besonders groß ist die Verunsicherung nun unter den weiblichen FH-Studenten. „Wir sind immer alle alleine nach Hause gegangen, weil wir dachten, Kufstein ist sicher“, sagt Viviana Marchi. „Aber jetzt ist nichts mehr so wie früher.“

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