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Paraguay-Entführung
10/15/2013

Geschwisterpaar will angeblich nicht zur Mutter zurück

Vater verriet laut ungarischen Medien "Geheimnis" von Entführung und Flucht auf dem Sterbebett.

Das vor neun Jahren von seinem Vater aus der Steiermark nach Paraguay entführte Geschwisterpaar Philipp und Ingrid will angeblich keinen Kontakt zur leiblichen Mutter. Laut einem Bericht der ungarische Boulevardzeitung Blikk deuten Aussagen von Nachbarn des inzwischen tödlich verunglückten Vaters Johann E. darauf hin. Der Mann hatte die Kinder nach Scheidung und Sorgerechtsstreit nach Südamerika gebracht.

Kein Kontakt

Die heute 17-jährige Tochter Ingrid habe mehrfach betont, sie und ihr Bruder Philipp (14) wollen keinen Kontakt zu ihrer Mutter, denn laut Aussagen des Vaters habe diese sie verlassen, zitierte die paraguayische Zeitung Ultima Hora Bekannte der Familie. Der gebürtige Grazer hat demnach mit den beiden Kindern und einer Lebensgefährtin in der Stadt Encarnacion in sehr ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Haus gelebt. Den Lebensunterhalt verdiente er mit der Reparatur von Elektrogeräten. Dies widerspricht den Aussagen von einem Bekannten des Vaters, laut dessen Aussagen die Kinder ganz gut gelebt haben dürften. Fotos, die der Bekannter an zahlreiche Institutionen in Österreich geschickt hat, zeigen Ingrid und Philipp bei bester Verfassung. „Auf den Fotos sind sie gekampelt und herausgeputzt“, berichtet jemand, der die Bilder gesehen hat, dem KURIER.

Nachdem die Kinder mit dem damals 51-jährigen Vater im November 2004 verschwunden waren, wurde über Interpol weltweit nach ihnen gefahndet. Die damals 38-jährige Mutter setzte alle Hebel in Bewegung. Doch neun Jahre lang gab es keine Spur.

Schwierige Zusammenführung

Die Mutter, inzwischen in ihr Heimatland Ungarn zurückgekehrt, steht seit der Aufdeckung des Aufenthaltsortes ihrer Kinder mit den Behörden in Kontakt. "Ich habe eine Freude, die mit Worten gar nicht zu beschreiben ist", sagte die heute 47-Jährige laut Martin Weiss, Sprecher des Außenamtes, vergangene Woche, nachdem der Fall bekannt geworden war. Sie brenne darauf, ihre Kinder in die Arme zu schließen. Doch so rasch wird es die Familienzusammenführung nicht geben, vermutlich dürfte es noch dauern. Die Mutter lässt sich derzeit psychologisch betreuen, wie ein Wiedersehen am besten durchgeführt werden kann. In Paraguay versucht der Pfarrer zu vermitteln. Auch das Außenministerium in Wien steht mit Rat und Tat zur Seite.

Jugendliche verschollen?

Laut Angaben von Nachbarn hat die Polizei die beiden Jugendlichen noch gar nicht gefunden, schrieb die lokale Zeitung weiter. Seit dem Unfalltod des Vaters kümmere sich dessen Lebensgefährtin um die Geschwister. Womöglich habe sie die Kinder als Schutz vor dem Medienrummel in die Provinz gebracht.

Hinter die Vorgeschichte des Geschwisterpaares kam die Polizei erst mit der Hilfe eines Freundes des Vaters, nachdem dieser als Folge eines Motorradunfalls gestorben war. Der Unfall hatte sich im Juni zugetragen, zwei Monate später hätte der Steirer auf dem Sterbebett dem Freund "sein Geheimnis" über die Flucht nach Paraguay verraten, zitierte Blikk Angaben von Nachbarn.

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