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Chronik Österreich
06/06/2019

Österreichs Gewässer: Ein rundum sauberer (Bade-)Spaß

Österreichs Badegewässer gehören zu den besten in der gesamten EU. Verunreinigungen kommen fast nicht vor.

Was ist bei sommerlicher Hitze erquicklicher als Planschen im kühlen Wasser? Diesem Genuss kann man in den meisten von 21.831 überprüften europäischen Badegewässern jedenfalls ohne Bedenken frönen. 95,4 Prozent davon erreichen die geforderte Mindestqualität bei der Wasserqualität. Noch besser ist die Bilanz in Österreich: Mehr als 97 Prozent der heimischen Badeplätze sind als „ausgezeichnet“ bewertet worden. Der am Donnerstag veröffentlichte EU-Wassergütebericht für das Jahr 2018 bestätigt Österreich damit den drittbesten Platz unter 30 Ländern.

Von den 263 untersuchten heimischen Badestellen haben 99,6 Prozent die Prüfung mit Bravour bestanden. Mehr als 97 Prozent wurden als „ausgezeichnet“ bewertet – das ist eine Verbesserung um zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Knapp zwei Prozent wurden als „gut“ eingestuft.

Lediglich bei einem einzigen Gewässer, nämlich beim Badesee Gaishorn am See, einem Rückhaltebecken an der Palten in der Steiermark, ergab die Auswertung der Daten „mangelhafte“ Wasserqualität.

Verbesserung

Damit hat sich Österreich im Ländervergleich gegenüber dem Jahr 2017 um gleich zwei Ränge verbessert. Lediglich Zypern und Malta weisen bessere Werte auf. Gleich hinter Österreich kommen die Urlaubsländer Griechenland und Kroatien. Schlusslichter sind Bulgarien und Polen. Untersucht wurden alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie die Schweiz und Albanien.

„Mit Platz drei liegen wir europaweit im Spitzenfeld. Die Auswertungen zeigen, dass Österreich im internationalen Vergleich auf seine ausgezeichnete Badewasserqualität stolz sein kann. Bei fast allen heimischen Badestellen werden die strengen Vorgaben der EU-Badegewässer-Richtlinie eingehalten“, kommentiert Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek das Ergebnis.

Erfreuliche Entwicklungen zeigen sich laut dem EU-Bericht beim Neusiedler See, und zwar Podersdorf sowie beim Zicksee bei St. Andrä im Burgenland. Sie wurden 2013 noch als „mangelhaft“ eingestuft. Mittlerweile hat sich bei beiden nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wieder eine „ausgezeichnete“ Wasserqualität etabliert.

Unter den vielen österreichischen Badegewässern die saubersten herauszufiltern, ist wegen der meist geringen Unterschiede bei den Untersuchungswerten kaum möglich. Zu den Besten gehören etwa der Lunzer See oder der Donau-Altarm bei Weitenegg in Niederösterreich, der oberösterreichische Traunsee bei Altmünster, der Freizeitsee Aich in der Steiermark, oder der Obertrumer See in Salzburg, der burgenländische Neusiedler See bei Mörbisch oder der Achensee Nord in Tirol mit extrem niedrigen Werten bei Escherichia Coli Bakterien und Enterokokken. Überhaupt nicht nachweisbar sind diese Keime im Kärntner Ossiacher See.

Kunstgriff

Österreich hat allerdings auch einen Kunstgriff angewandt und die Zahl der untersuchten Badestellen etwas reduziert. Drei wurden seit 2015 aus der Wertung genommen. Zumindest eine davon, weil die Sanierung bis dahin nach mehreren schlechten Bewertungen gescheitert ist.

Insgesamt ist der Zustand der Gewässer – trotz Bemühungen der meisten Mitgliedsstaaten – in Österreich wie europaweit noch lange nicht ungetrübt.

Während die europäischen Grundwasserkörper, wie Grundwasserleiter, in den meisten Fällen eine gute Qualität aufweisen, erreichen nur 40 Prozent der überwachten Seen, Flüsse, Mündungsgebiete und Küstengewässer die Mindestanforderungen der EU-Wasser-Rahmenrichtlinien mit einem „guten“ oder „sehr guten“ ökologischen Zustand im Überwachungszeitraum von 2010 bis 2015. Das sagt ein im Jahr 2018 veröffentlichter Bericht der EU aus. Darin heißt es beispielsweise auch: „Trotz der Fortschritte in der Verbesserung der Umweltqualität vieler Seen, Flüsse, Küstengewässer und des Grundwassers in Europa bestehen weiterhin ernsthafte Bedrohungen für deren langfristige Gesundheit.“