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Chronik Österreich
01/13/2020

Echter Winter nur am Berg: Wann der Schnee auch in die Täler fällt

Für die Skigebiete reicht der Schnee. Hüttenwirte warten aber schon dringend auf Nachschub. Der kündigt sich jetzt an.

von Christian Willim

Die Hohe Salve (1.828 m) verdient das Prädikat Aussichtsberg wie nur wenige andere. Von dem Gipfel in der Skiwelt Wilder Kaiser im Tiroler Unterland schweift der Rundumblick über die umliegende Bergwelt, die sich trotz des milden Wetters der vergangenen Wochen verschneit präsentiert.

Aber auch das grüne Inntal ist von der Liftstation auf der Hohen Salve zu sehen. Diese Zweiteilung zwischen frühlingshaft anmutenden Tallagen und weißen Bergen ist typisch für den bisherigen Winter. In den Skigebieten kann man damit ganz gut leben. „Wir sind zufrieden“, sagt Walter Eisenmann, Geschäftsführer der Skiwelt Wilder Kaiser.

Für die Kulisse reicht es

„Nordseitig – und auch südseitig bis auf 1.000 Meter – sorgt die weiße Pracht für Winterflair. Der Sonnenschein ist ein Genuss für die Gäste. Und es war immer wieder kalt genug, dass wir Beschneien konnten“, erklärt der Tiroler Bergbahnchef.

So und ähnlich sieht es derzeit fast in ganz Österreich aus, weiß Steffen Dietz vom Wetterdienst Ubimet: „Unter 700 Metern liegt praktisch kein Schnee. Und markante Schneemengen zum Rodeln oder Skifahren abseits der Pisten gibt es erst über 1.000 Metern.“

Für Hüttenwirte, die von einkehrenden Rodlern leben, verläuft der Winter in Teilen Nordtirols nicht gerade ideal. In mittleren Lagen sind die Bahnen teilweise in schlechtem Zustand oder überhaupt gesperrt.

Anders als in Skigebieten sorgen hier keine Schneekanonen für Ersatz für fehlenden Naturschnee. Zur Erinnerung: Genau vor einem Jahr steckte Österreich im Schneechaos.

„Heute habe ich genau zwei Essen verkauft“, erzählt Monika Marx am Montagnachmittag. Sie ist Hüttenwirtin auf der Birgitzer Alm, eines der beliebtesten Ausflugsziele für Rodler im Großraum Innsbruck, wo an Wochenenden bis zu 200 oder 300 Gäste täglich verköstigt werden. Damit das Geschäft wieder anläuft, braucht es Schneenachschub.

Schnee am Wochenende

„Bis Freitag bleibt es noch so, wie in den vergangenen zwei Wochen – viel zu mild. Aber am Wochenende deutet sich an der Alpennordseite Schnee auch in den Tälern an. Auf den Bergen können es bis zu 30 Zentimeter sein“, kündigt Dietz ein Tief für Samstag und Sonntag an. Und ein Detail, das in normalen Wintern wohl kaum der Rede wert wäre: „Am Dienstag könnte es in Wien Schneegrieseln geben.“

Aber es gibt auch eine Ecke in Österreich, die sich schon jetzt richtig winterlich präsentiert: In Osttirol und Oberkärnten ist der Schnee auch in den Tälern zu finden. Und auf den Bergen liegt er bis zu zwei Meter hoch.

„Dort profitiert man immer noch vom Novemberschnee“, erklärt der Ubimet-Meteorologe. Das niederschlagsreiche Tief, das damals in Italien Venedig unter Wasser setzte, sorgte im Süden Österreichs für ausgiebige Schneefälle.