Drei Tote bei Lawinenabgängen

Innerhalb von Stunden hat sich die Lawinensituation verschärft. Drei Alpinisten kamen am Berg ums Leben.

Durch den Föhn gefährlich locker sitzender Schnee kosteten Dienstagmittag in Salzburg und Tirol insgesamt drei Tourengehern das Leben. Ein Tiroler Ehepaar war in Obertauern (Pongau) von der Felsalm in Richtung „Glöcknerin“ unterwegs. Dabei löste wahrscheinlich der 62-jährige Mann ein Schneebrett aus. Er und seine Frau, 61, wurden in die Tiefe gerissen. Christian Binggl, Einsatzleiter der Bergrettung Obertauern bestätigte, dass die 61-Jährige die Bergrettung verständigte: „Die Frau wurde nicht verletzt. Ihr Mann prallte jedoch gegen einen Baum und erlitt dabei die tödlichen Verletzungen.“

Die Tourengeherin erlitt einen massiven Schock. Die eingewehte Rinne, bei der das Schneebrett abging, ist 35 Grad steil, die Schneemassen lösten sich auf etwa 150 Metern Breite. Dass die Frau den Absturz unverletzt überstanden hat, ist laut Bergretter „ein gewaltiges Glück“ gewesen.

In Scheffau (Tennengau) kam ebenfalls ein Tourengeher bei einem Lawinenabgang ums Leben. Sein Kollege wurde mit Verletzungen ins Spital geflogen. Die Sprecherin der Salzburger Bergrettung kannte am späten Nachmittag bereits Details zu dem Unglück: „Die Männer waren auf etwa 1800 Metern Höhe, als sich die Lawine löste.“ Vier in der Nähe befindliche Bergkameraden beobachteten den Abgang, und konnten die Männer ausgraben. Trotzdem kam für einen Sportler die Hilfe zu spät.

Freund erstickt

Zwei deutsche Staatsbürger (jeweils 22) wurden um 13 Uhr am Hohen Riffler in Tirol (Zillertal) von einem Schneebrett erfasst. Wegen des Föhnwindes wollte das Duo umdrehen, als sich die Schneemassen lösten. Beide wurden verschüttet. Einer der jungen Männer konnte sich selbst befreien und schaufelte noch seinen Freund aus. Der war aber bereits erstickt. Es war erst die zweite Skitour der Freunde.

Die Verhältnisse am Dienstag waren für Tourengeher besonders tückisch: „Durch den starken Föhn hat sich die günstige Situation in den vergangenen zwölf Stunden schlagartig geändert,“ sagte mittags der stellvertretende Landesleiter der Bergrettung Salzburg, Klaus Wagenbichler, „die Schneedecke ist durch die massive Erwärmung bis in große Höhen hinauf durchnässt und weniger stabil.“

( Kurier ) Erstellt am 05.03.2013