Chronik | Österreich
06.11.2018

Der Yppenmarkt wird aufgehübscht

Entscheidung über Fußgänger-, Begegnungszone oder Wohnstraße in Nordzeile noch heuer

An sonnigen Samstagvormittagen spielt es sich dort ab. Wiener, die Wert auf Feinkost vom Bauern legen, grasen die Stände am Bauernmarkt ab. Andere sitzen beim Mittagsspritzer in den Gastgärten. Unter der Woche wirkt vor allem die Nordzeile des Yppenmarktes in Ottakring (siehe Grafik), also der Bereich zwischen Yppen- und Weyprechtgasse, fast ein bisschen verwaist.

Zuletzt haben die Standler vom Bauernmarkt dort für Aufsehen gesorgt, weil sie „Widerstand“ gegen die bereits geltende neue Marktordnung angemeldet hatten. Sie sieht verpflichtende Kernöffnungszeiten vor. Doch die Wogen mit dem Bezirk und der Stadt sind mittlerweile geglättet. Das liegt nicht nur an dem klärenden Gespräch, das Montagabend in Form eines Runden Tisches stattgefunden hat, sondern auch an der Zukunftsprognose für die Nordzeile. Denn die soll umgestaltet werden.

Schwung mitnehmen

„Mein Ziel ist die positive Entwicklung florierender Märkte, die auch hoch qualitative Aufenthaltsräume für Menschen sind“, sagt Bezirksvorsteher Franz Prokop (SPÖ). Soll heißen: Der Schwung vom südlichen Teil des Yppenmarktes mit der Piazza soll auch in den Norden getragen werden.

Unterstützt wird der Bezirk bei der Umsetzung des Anrainerbeteilungsverfahren von der Gebietsbetreuung des 16. Bezirks. Ende August wurden die direkten Anrainer und Gastronomen in dem Bereich zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. Kurze Zeit später wurden sie zur „gewünschten Funktion der Nordzeile“ befragt. Jetzt sind deren Rückmeldungen da und wurden von der Gebietsbetreuung auch bereits an den Bezirk übergeben:

Verkehrsberuhigung

Laut Kurt Smetana, der das Projekt in der Gebietsbetreuung leitet, gibt es „große Zustimmung für verkehrsberuhigende Maßnahmen“. Nachsatz: „Im Sinne der Anrainer“ – denn die wollen etwa auch keine radikale Reduktion von Parkplätzen in ihrem Grätzel. Für die Lieferanten der Betriebe ist wichtig, dass es noch Ladezonen gibt.

Vom Tisch ist vorerst eine Möblierung der Nordzeile. Geplant war ursprünglich ja, eine Möbelstück aufzustellen, das unter der Woche als Sitzgelegenheit und am Wochenende als Stand am Bauernmarkt dient. Doch die Anrainer befürchteten zu viel Lärm und Party unter der Woche. Der bereits gebaute Prototyp wird also vorerst nicht zum Einsatz kommen.

Bis Ende des Jahres – so der vorläufige Plan – will der Bezirk eine Entscheidung über die „verkehrsberuhigende Maßnahme“ – also eine mögliche Fußgänger-, Begegnungszone oder Wohnstraße – fällen. Fix ist bereits, dass der Norden begrünt werden soll. Genauso wie die Südzeile: Dort werden Bäume gepflanzt und ein Trinkwasserbrunnen aufgestellt. Fertig soll die Umgestaltung – wenn alles nach Plan läuft – schon im Herbst 2019 sein.