Chronik | Österreich
05.08.2018

Debatte um Hagelflieger: Verhindern sie den Regen?

15 Hagelpiloten aus Krems kämpfen gegen den Starkregen. In diesem Jahr kam es bereits zu mehreren Einsätzen.

Krems. Verhindert die Hagelbekämpfung per Flugzeug Niederschläge? Mit diesem Vorwurf müssen sich die Hagelpiloten, die bei Krems in Niederösterreich aktiv sind, derzeit herum schlagen. In trockenen Jahren ist diese Kritik – vor allem von Seiten der Landwirtschaft – immer wieder zu hören.

Hagelflieger verbrennen mit speziellen Generatoren Silberjodid-Aceton. Weil Eiskörner sich um Staubmoleküle bilden, erhöhen die vom Flieger eingebrachten Kristalle ihre Zahl so stark, dass die Hagelkörner viel kleiner bleiben, als das ohne die so genannte „Beimpfung“ der Fall wäre. Laut dem „Kulturenschutzverein Langenlois und Umgebung“ gelingt es durch die Maßnahme, dass die Hagelkörner meist geschmolzen sind, ehe sie den Boden erreichen.

Den beträchtlichen Aufwand des Flugzeugeinsatzes finanzieren Landwirte, Weinbauern, Gärtnereibetriebe und Autohäuser mit ihren Mitgliedsbeiträgen.

Die 15 Piloten des Vereins sind mit ihren drei Maschinen heuer bereits oft im Einsatz gewesen. Und müssen sich nun von manchen Bauern anhören, sie seien schuld am geringen Niederschlag. Geschäftsführer Johannes Eckharter hält dagegen: „Die Wolken haben, während wir sie beimpfen, das Gebiet der Kritiker längst hinter sich gelassen“, erklärt er. Keiner wisse, ob es ohne Hagelfliegereinsatz tatsächlich geregnet hätte. Auch die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik hat in Studien keinen Zusammenhang gefunden.

Gutachten

Was die meisten nicht wissen: Die Hagelflieger bekommen ihre jährliche Einsatzgenehmigung vom Land nur wegen eines Gutachtens, das keine Auswirkungen auf den Niederschlag sieht. „Könnten wir das Wetter beeinflussen, könnten wir uns mit dem Schweigegeld zur Ruhe setzen“, witzelt einer der Piloten.