© Helmut Prochart/ NIPAS

Chronik Österreich
02/08/2021

Das Menschenrecht auf Kunst und Licht

Der Spaziergang „Wiener Lichtblicke“ mit zehn Installationen wird wegen Erfolgs bis 21. März verlängert.

von Nina Oezelt

„Licht ist auch Hoffnung und Wohlbefinden“, sagt Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) über das Projekt und ist sich sicher, dass es auch den Kindern gefällt.

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) wünscht sich hingegen, dass es „möglichst viele Menschen erleben“ können.

Der Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen. Seit Dezember haben die Spaziergänge der „Wiener Lichtblicke“, einer Kunstinstallation, die man zu Fuß begehen kann, 37.000 Klicks auf Google-Maps. Alle diese Spaziergänge führen zu sogenannten Orten der Menschenrechte (siehe Grafik).

Jetzt wird die Aktion wegen des Erfolgs bis 21. März verlängert. Die Idee für dieses „Leuchtturm-Projekt“ stammt von Künstlerin Victoria Coeln und der Chefin des Menschrechtsbüros der Stadt Wien, Shams Asadi. Nicht zufällig fand der Startschuss am internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember) statt. „Es ist auch ein Menschenrecht, dass wir uns bewegen, an der frischen Luft sind. Und daher regt das Projekt an, die Stadt als öffentlichen Raum zu nützen.“

Tägliche Erleuchtung

Der Spaziergang dauert 1,5 Stunden. Die Licht-Installationen sind täglich von 16.30 bis 6.30 Uhr erleuchtet. Um die Stationen besser verstehen zu können, werden nun auch Texte und Infos an den Plätzen in den Bezirken der 10 Lichtinstallationen (1,2,3,4,6,7 und 8) angebracht. Was viele nicht wissen: Die Stadt Wien hat sich 2014 als Stadt der Menschenrechte deklariert. Initiiert hat das die damalige Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ). Das Ziel: Sensibilität für die Menschenrechte in allen Teilen der Gesellschaft zu fördern. 2015 wurde das Büro der Menschenrechte in der Neutorgasse eröffnet und im Zuge dessen auch die „Menschenrechtsbezirke“ ernannt.

Bisher haben fünf Bezirke einen Resolutionsantrag beschlossen (2, 3, 6, 7 und 8). Die Bezirksvorstehungen müssen sich dabei bereit erklären, Projekte zu ermöglichen, nach den Menschenrechten zu agieren und einen eigenen Menschenrechtsbotschafter ernennen.

Weniger bürokratisch sind die Kunstinstallationen von Victoria Coeln. „Lichtinszenierungen bieten immer wieder neue Perspektiven, aber man muss sich dafür bewegen“, sagt sie.

Coeln hat bereits das Wiener Konzerthaus ins rechte Licht gerückt und ist bekannt geworden für ihre Lichtinstallationen „Chromotopia St. Stephan“ in und um den Stephansdom. Das Projekt rund um die „Lange Nacht der Kirchen“ sorgte 2013 für Farbpracht in einer grauen Zeit. Auch jetzt ist es nicht anders.

Drei Highlights

Sie hebt drei Stationen hervor: „Am Ballhausplatz finde ich es toll, dass man sich mit dem Denkmal auseinandersetzt. Die Zebra-Tigerin von Deborah Sengl im Tigerpark zeigt zwei in einem: den Tiger und das Zebra, den Jäger und den Gejagten.“

Auf dem Platz der Menschenrechte überrascht die Grafik von Gabriele Stötzer, die Coeln mithilfe eines Projektors auf die Wand bringt. Sie trägt den Titel In meinen Kopf bewegt sich was.

„Wie finden die derzeitigen Einschränkungen in meinem Kopf statt?“, fragt die Künstlerin. Prinzipiell bittet sie, den Spaß beim Gehen und der Kunst nicht zu vergessen: „Sportlich und poetisch sein, man darf auch auf das Denken vergessen“, erklärt sie.

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