Chronik | Österreich
31.01.2019

Erstes Foto: Das ist die vermisste Polizeikatze

Spurensuche: Ein leerer Fressnapf, vergebliche Fragen nach Spindoktoren und viele Wortspiele.

Wo ist der sagenhafte Mister Black? Seit der KURIER eine Kurzmeldung über das Verschwinden von Österreichs einziger Polizeikatze aus dem Stall der Reiterstaffel in Wiener Neustadt (NÖ) publizierte, geht die Meldung durch die Gazetten.

Sogar spanische Zeitungen berichteten über das Mysterium des verlorenen „Miezeleutnants“, wie er in sozialen Medien bereits genannt wird. Die Gratiszeitung Heute bringt täglich die neuesten Entwicklungen bei der Suche, ein leerer Fressnapf wurde sogar zur „heißen Spur“ erklärt. Durch alle heimischen Medien sprang die vermisste Polizeikatze.

Die Theresianische Militärakademie kündigte an, dass auf ihrem Areal nun Ausschau nach dem verschwundenen Mister Black gehalten wird. Die Tagespresse vermutete gar den Außerirdischen Alf hinter der üblen Tat. Der Wiener Neustädter Bürgermeister Klaus Schneeberger postete auf Facebook schon einen Ersatzkandidaten.

Keine "Ablenkung"

Mancherorts wird ein Spindoktor von Innenminister Herbert Kickl hinter der Meldung vermutet, der damit von anderen Problemen in seinem Ressort ablenken will. Deshalb ein paar Fakten zum Verschwinden von Mister Black und der Geschichte im KURIER: Die Katze ist wohl schon sehr weit weg von den Ställen der berittenen Polizei. Bereits in der Annonce des Tierschutzheims Sonnenhof im Burgenland, wo das Innenministerium die Katze schließlich adoptierte, wurde der Kater so beschrieben, dass es „nicht mit Menschen interagiert“.

Zum Mysterium um Mister Black trägt die Tatsache bei, dass sein Fressnapf trotz seines Verschwindens täglich leer gefressen wird. In Verdacht geraten sind allerdings zwei Katzen aus dem Nachbarstall. Eine von ihnen schaut Mister Black sogar ähnlich. Nicht belegt ist die Variante, dass die Mäuse nun tanzen und den Napf leer fressen, weil die Katze nicht im Haus ist.

Definitiv ist die Angelegenheit nicht der Fantasie der Berater des Innenministeriums entsprungen. Ein KURIER-Informant, der kein bedingungsloser Freund der neuen Ressortführung ist, erwähnte das Verschwinden der Katze nebenbei im Small-Talk. Nicht ahnend, dass darüber überhaupt berichtet und die Geschichte viele tausend Mal auf Facebook geteilt werden würde.

Im Innenministerium nimmt man die Anfragen mit Humor. Ressortsprecher Christoph Pölzl beantwortet jede noch so blöde Frage zum Thema Polizeikatze. Vorerst wartet man jedenfalls ab, ob die Mäusepopulation in den Ställen ansteigt – dann wird entschieden ob es einen neuen Katzenpolizisten benötigt.