Chronik | Österreich
16.06.2017

Das Drama um den Bike-Profi: Ärzte sagen "Habt Geduld!"

Ob der Wiener Franz Grossmann Folgeschäden davontragen wird, ist nicht abschätzbar.

Er hat überlebt, ist aus dem Koma erwacht. Er kann ein paar Worte sprechen, er kann stehen. Ob der 29-jährige Profi-Mountainbiker Franz Grossmann, der nach einem Sturz bei einem Rennen in Mexiko sechs Wochen lang im Koma gelegen war, gesundheitliche Spätfolgen zu befürchten hat, weiß jedoch derzeit niemand.

Am 30. April dieses Jahres nahm der Wiener Rad-Star und Vize-Mister-Vienna des Jahres 2015 im mexikanischen Puerto Vallarta an einem Downhill-Race teil. Bei einem Sprung über eine Treppe prallte er mit dem Kopf gegen einen darüber liegenden Balkon und blieb mit einem Schädel-Hirn-Trauma bewusstlos am Boden liegen.

Grossmann wurde vor Ort in einem öffentlichen Spital in künstlichen Tiefschlaf versetzt und kurz darauf auf Initiative seines Vaters in die Privatklinik von Puerto Vallarta verlegt. "Dort öffneten die Ärzte wegen einer Hirnschwellung sofort seine Schädeldecke", erzählt Franz Großmann senior.

Auf der Normalstation

Der Anwalt aus Klagenfurt und ehemalige Landesparteisekretär der Kärntner SPÖ ließ seinen Sohn Mitte Mai nach Innsbruck an die Uni-Klinik fliegen. Vor sechs Tagen konnte der Patient dort von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden. "Freunde und Familienmitglieder besuchen ihn regelmäßig. Wir wissen aber nicht, was und wen er wann erkennt. Franz spricht ein, zwei Worte und ist auch schon kurz aufgestanden – ob Spätfolgen bleiben, können jedoch selbst die besten Neurologen nicht einschätzen. Die Ärzte sagen: ,Habt Geduld!’", erklärt der Vater.

Aber es gebe Lichtblicke, kleine Fortschritte: "Wenn man ihm beispielsweise zwei Getränke zur Auswahl anbietet, greift er nach seinem Lieblingsgetränk: einem gelben Smoothie."

Grossmann junior, der in Österreich neben seiner sportlichen Erfolge auch wegen seiner Ganzkörper-Tätowierungen bekannt ist, soll demnächst in eine Reha-Klinik nach Murnau in Bayern verlegt werden. Das sei erforderlich, weil der Marketing-Manager der Bike-Firma Canyon in Deutschland krankenversichert ist.

Laut einem Bericht des Kärntner Monat hatte die Familie im Mai neben den Krankenhauskosten in Mexiko auch sämtliche Aufwendungen für den Transport nach Österreich übernehmen müssen. "Weil der Unfall bei einem Rennen passierte, gab es Probleme mit der Versicherung", bestätigt Großmann. Aber ohne die Spezialisten in der Privatklinik und in Innsbruck hätte sein Sohn den Unfall wohl nicht überlebt.

Unterstützung

Unterstützung erfährt der 29-Jährige nicht nur von seiner Familie, die Fan-Community steht ebenfalls hinter ihm: Unter www.gofundme.com/franz-grossmann-recovery wurde eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Weiters sind T-Shirts mit der Aufschrift "Stay strong, Franz" bei shop.gravity-magazine.de um 20 Euro zu erwerben, aber derzeit ausverkauft.