Chronik | Österreich
19.11.2018

Das bringen die ersten Schneeflocken den Skigebieten

Warum der Wintereinbruch im Flachland für die Skigebiete so viel Wert ist wie Schnee auf den Bergen

Ein paar Zentimeter Schnee können einen großen Unterschied ausmachen. Nicht für den kommenden Skiwinter und die Pistenpräparierung. Aber für die Stimmung. „Der Schneefall im Flachland ist ganz wichtig, weil wir unsere Gästebetten füllen müssen. Schneefall in Wien macht hungrig auf den Winter“, sagt Veronika Scheffer, Obfrau der Salzburger Seilbahnwirtschaft.

Sie ist auch Chefin der Liftgesellschaft in Zauchensee, und dort hat es in der Nacht auf Montag zwei Zentimeter Neuschnee gegeben – also weniger als in vielen Teilen Wiens. Dennoch ist für Scheffer die weiße Pracht zum gegenwärtigen Zeitpunkt im Flachland mindestens genauso wertvoll wie im Gebirge.

„Der ganzen Wirtschaft rund um den Winter tut es gut, wenn in den Ballungszentren Winter ist. Das merken wir sofort an den Anfragen und Buchungseingängen“, erklärt Scheffer. Der tatsächliche Saisonstart ist dabei vor allem symbolisch wichtig. Den muss Zauchensee eine Woche nach hinten verschieben, das kommende Wochenende wird sich nicht ausgehen. „Seit Freitag wird beschneit, wir peilen jetzt den 30. November an“, sagt Scheffer zum KURIER.

 

Turracherhöhe startet am Dienstag

Die Turracherhöhe zwischen Kärnten und der Steiermark konnte den Fahrplan dagegen einhalten. Der erste Lift legt am Dienstag los. Der Schneefall kam wie gerufen, am Montag lagen acht Zentimeter Naturschnee, was vor allem für das Landschaftsbild gut ist.

Am Dienstag werden im Bergland des Südens noch einige Zentimeter dazukommen, sogar in Wien kann es vorübergehen stark schneien, bevor es in der zweiten Wochenhälfte wieder wärmer wird. Der erste Lift auf der Turracherhöhe, ein kleiner Schlepplift, wird vor allem von Trainingsgruppen genutzt. Sukzessive wollen die Bergbahnen in den folgenden Tagen weitere Lifte starten.

Föhn kommt wieder

Der Wintereinbruch dürfte auch ganz im Westen den Saisonstart gesichert haben. Weniger dank der Schneefälle, sondern dank der tiefen Temperaturen. In Ischgl geht es wie geplant am Donnerstag los, wie berichtet stand dort der Start auf der Kippe. „Seit Samstag haben wir 50 bis 60 Pistenkilometer beschneien können“, sagt Seilbahn-Vorstand Hannes Parth. Der für die zweite Wochenhälfte in Westösterreich angekündigte Föhn macht den Seilbahnern wenig Sorgen. In Tallagen soll es bis zu 15 Grad warm werden, auf den Bergen werde der Temperaturanstieg den Kunstschneepisten aber nichts anhaben können.

„Die Sonneneinstrahlung ist nicht so stark, weil die Jahreszeit schon fortgeschritten ist“, sagt Scheffer. Zumal es laut der langfristigen Wetterprognosen in der kommenden Woche zumindest im Bergland wieder winterlich werden könnte.

Im Gasteinertal steht hinter dem Frühstart in Sportgastein noch ein Fragezeichen. Ob tatsächlich schon am Wochenende aufgesperrt wird, entscheidet sich in der zweiten Wochenhälfte. Ungewöhnlich ist die derzeitige Schneesituation übrigens nicht. „Es ist noch nichts aus der Zeit, der Winter entwickelt sich normal“, meint Scheffer.

Alle Jahre wieder kommt die Überraschung, wenn es im Winter schneit