Die Stadt fördert: Grazer zahlen seit gestern um rund 40 Prozent weniger für die Jahreskarte der öffentlichen Verkehrsmittel.

© KURIER/Elmar Gubisch

Steiermark
01/07/2015

Das billigere Jahresticket wirkt: Mehr als 1000 Kunden kauften es am ersten Tag

Statt 399 kostet die Karte für die Grazer Öffis nur 228 Euro. Der Tarif gilt aber nicht für alle Fahrgäste.

von Elisabeth Holzer

Der Preis ist unschlagbar", begründet Dominikus Weleba, warum er sich gestern in die Warteschlange vor dem Servicecenter der Graz Linien eingereiht hat: Seit Mittwoch kostet die Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel nur noch 228 statt 399 Euro. Gleich viel zahlte man bisher für ein Halbjahres-Ticket.

Entsprechend groß war der Ansturm der Grazer, im realen Leben als auch online: Bis Mittag waren 700 Karten bereits weg. Bis zum Abend rechnete Konzernsprecher Gerald Pichler mit mehr als 1000 verkauften Jahreskarten. "Für uns ist das ein Erfolg. Es sind auch viele Kunden darunter, die noch nie eine Jahreskarte gekauft haben." Dominikus Weleba ist einer davon: Der 27-Jährige stieg zum ersten Mal auf Dauerticket ein Jahresticket für Straßenbahn und Bus um.

Neue Käuferschichten zu erreichen war eines der Ziele für das um rund 40 Prozent Prozent günstigeren Angebotes. 12.000 Dauerkarten wurden im Vorjahr ausgestellt, durch die billigere Variante soll sich die Anzahl erhöhen.

Gilt großteils für Grazer

Die Stadt Graz zahlt deshalb einen Zuschuss, allerdings nur für Personen mit Hauptwohnsitz in der Stadt. Für alle anderen gilt nach wie vor der alte Preis, auch für Einpendler.

Einige Umlandgemeinden ziehen aber schon mit: Stattegg und Seiersberg-Pirka beteiligen sich an den Kosten, deshalb zahlen auch deren Bewohner weniger. 2013 zählte die Holding Graz 106 Millionen beförderte Menschen; 2014 werden es ähnlich viele sein: Ende November lag die Zahl bei 96,6 Millionen.

Im Gegensatz zu den alten Tickets sind die neuen mit Fotos der Besitzer personalisiert und damit nicht mehr übertragbar. Wer bereits ein Jahresticket hat, das noch einige Monate gültig ist, bekommt die Differenz ebenfalls gutgeschrieben.

Die 228-Euro-Jahreskarte war der Trumpf, den ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl im Poker um das Budget ausspielte. Er hoffte, damit die Grünen in das schwarz-rote Budgetboot ziehen zu können. Statt dessen stieg die KPÖ ein und sicherte den Voranschlag ab, ohne den Neuwahlen nötig geworden wären.

Im Gegensatz zu bisherigen Aktionen ist diese nicht limitiert. 2010 provozierte die Stadtregierung mit ihrem "Feinstaubticket" extrem lange Warteschlangen vor der Servicestelle der Verkehrsbetriebe: Das Halbjahresticket zur Wintersaison wurde um 99 Euro angeboten, allerdings gab es nur 5000 Stück davon. 2012 war die Situation mit dem Frischluftticket ähnlich: Vier Monate Öffis-fahren gab es um 89 Euro.www.holding-graz.at

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