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Chronik Österreich
07/08/2020

Ärger über Maskensünder in den Öffis

Wiener Linien setzen auf Sanktionen, Bundesbahn auf Eigenverantwortung

von Andreas Puschautz

An sich ist die Regelung eindeutig: In Massenbeförderungsmitteln ist ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen. Dass es in der Praxis teilweise anders aussieht, können jedoch viele berichten, die sich dieser Tage in öffentlichen Verkehrsmitteln aufhalten.

So verzichteten in einem gut gefüllten ÖBB-Intercity von Lienz nach Wien am vergangenen Wochenende geschätzte 20 Prozent der Fahrgäste auf den Mundschutz.

Einzelfall oder systemisches Problem?

Sucht man in sozialen Medien, finden sich zahlreiche Berichte über maskenlose Fahrgäste, insbesondere in den Zügen der ÖBB.

"Einzelne schwarze Schafe"

Bei der Bahn sieht man das freilich anders. „Einzelne schwarze Schafe wird es immer geben, der überwiegende Großteil der Fahrgäste hält sich aber sehr genau an die Vorgaben“, sagt Sprecher Daniel Pinka zum KURIER.

Im Fernverkehr werde nach jedem Halt, im Nahverkehr alle 15 Minuten auf die Maskenpflicht hingewiesen, darüber hinaus setze man auf die Eigenverantwortung der Passagiere.

Auch auf Beschwerden in den sozialen Medien antworten die ÖBB mit dem Verweis auf die Eigenverantwortung.

Für Kontrollen sei ohnehin die Polizei zuständig, diese musste laut Pinka jedoch noch nie wegen einer fehlenden Maske gerufen werden.

Strafen erhöht

Bei den Wiener Linien geht man hingegen einen anderen Weg. Die Maskenpflicht wurde in die Beförderungsbedingungen aufgenommen, die Strafen für Verstöße mit 1. Juli zusätzlich von 25 Euro auf 50 Euro angehoben.

Vorrangig setze man aber auf Aufklärung, heißt es seitens der Wiener Linien. Die meisten Fahrgäste würden ohnehin eine Maske tragen, und auch der Großteil der verbliebenen Maskenlosen hätte nach entsprechender Ansprache einen MNS parat.

Nur die wenigsten Passagiere seien renitent und würden sich nachhaltig weigern, eine Maske aufzusetzen, berichten die Verkehrsbetriebe. Gerade einmal 25 Maskensünder hätte man in der ersten Juli-Woche mit einem Bußgeld sanktionieren müssen.

Schwerpunktkontrollen gibt es übrigens angeblich keine – auch wenn einzelne Fahrgäste anderes berichten.