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Chronik Österreich
09/20/2021

Corona-Impfungen: Mehr Stiche wegen der Ausreisetests

Nicht nur Braunau kämpft mit hohen 7-Tages-Inzidenzen – doch kein anderer Bezirk hat eine so niedrige Impfquote.

von Elisabeth Holzer

49,2 Prozent am Samstag, 49,5 Prozent am Sonntag, letztlich Montagmittag 49,6 Prozent: Die seit Samstag geltenden Ausreisetests aus dem Bezirk Braunau steigerten das Interesse an der Corona-Schutzimpfung.

Bezirkshauptmann Gerald Kronberger schätzte am Montag, dass nur noch rund 700 (Zweit-)Stiche fehlen, um die Grenze von 50 Prozent Vollimmunisierten zu überschreiten. Ab dann gilt ein Bezirk erst ab einer 7-Tages-Inzidenz von 400 als Hochrisikogebiet, bei einer Impfquote unter 50 Prozent wie in Braunau greift eine Inzidenz bereits ab 300. Inzidenz und Impfquote sind zudem noch an die Auslastung der Intensivstationen des jeweiligen Bundeslandes gekoppelt, sie lag in Oberösterreich bei 12 Prozent. Erst, wenn die 7-Tages-Inzidenz nachhaltig unter 200 sinkt, können die Ausreisekontrollen aufgehoben werden.

Nächste Alarmstufe

Allerdings - und das ist das nächste Problem für den oberösterreichischen Bezirk - steht Braunau auch schon nahe vor der nächsten Stufe: Das Corona-Dashboard wies am Montag eine Inzidenz von 375,6 auf; sollte 400 längerfristig überschritten werden, kann nur noch eine Impfquote von wenigstens 55 Prozent vor Ausreisekontrollen retten. Somit könnten dem Bezirk einige Zeit stichprobenartigen Kontrollen von 3-G-Nachweisen (geimpft, genesen, getestet) erhalten bleiben.

Nicht nur Braunau kämpft zusehends mit den hohen 7-Tages-Inzidenzen, allerdings hat derzeit noch kein anderer Bezirk so hohe Werte gepaart mit so einer niedrigen Durchimpfungsrate. Ried im Innkreis – ebenfalls in Oberösterreich und ein Nachbarbezirk von Braunau – kratzte am Montag mit einem Wert von 297,5 knapp an der ersten Inzidenz-Warnstufe, allerdings: In dem Bezirk sind laut Dashboard des Gesundheitsministeriums 55,6 Prozent der Bewohner bereits vollimmunisiert. Ausreisekontrollen würden hier erst ab einer 7-Tages-Inzidenz von 500 nötig, so sieht es der vor wenigen Wochen adaptierte Plan der Bundesregierung vor.

Generell hält Oberösterreich derzeit den Rekord an Bezirken mit hohen Inzidenzen: Wels-Stadt liegt bei einer Inzidenz von 264,9, wäre aber mit einer Durchimpfungsquote von knapp 51 Prozent auch bei weiter steigenden Infektionszahlen einige Zeit lang vor Ausreisetests sicher.

Die niederösterreichischen Bezirke Lilienfeld, Krems an der Donau und Scheibbs weisen Inzidenzen zwischen 255 und 263 auf, allerdings sind die Durchimpfungsraten höher – für Krems etwa wurde am Montag ein Anteil von 62 Prozent ausgewiesen. Alle anderen Bundesländer sind weit von einer Ausreisetest-Alarmstufe entfernt, auch wenn die Stadt Salzburg und Wien Inzidenzen von 236 und 224 aufweisen.

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