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Chronik Österreich
10/21/2021

Christkindlmärkte mit 3G: „Der Ansturm wird kommen“

Mit den neuen Corona-Regeln sind Weihnachtsmärkte heuer wieder möglich. Wer Glühwein trinken oder Krapfen essen will, braucht einen 3-G-Nachweis.

von Christian Willim

1,2 Millionen Besucher haben sich 2019 noch an den Ständen der Innsbrucker Christkindlmärkte gedrängt. Im darauf folgenden Corona-Winter war an ein derartiges Treiben nicht mehr zu denken. In ganz Österreich fielen die beliebten Märkte der Pandemie zum Opfer. In der Tiroler Landeshauptstadt stand einsam der große Weihnachtsbaum vor dem Goldenen Dachl.

Heuer sollen landauf und landab die Glühwein- und Kunsthandwerkstände wieder aufgebaut werden. Die neueste Covid-Verordnung spannt das Sicherheitsnetz, das die Märkte ermöglichen soll.

„Der Ansturm wird kommen. Die Leute sehnen sich nach der Stimmung am Weihnachtsmarkt“, zeigte sich der stellvertretende Obmann der Tiroler Gastronomie, Michael Grander, am Montag bei der Präsentation des Tiroler Sicherheitskonzepts überzeugt.

Die Grundregeln sind in ganz Österreich dieselben. An allen Ständen, wo es einen direkten Verzehr gibt – egal ob von Punsch, gebrannten Mandeln oder Bratwurst –, müssen die Kunden einen 3-G-Nachweis erbringen.

Registrierungspflicht

Die neue Verordnung des Gesundheitsministeriums ermöglicht es, dass die Besucher nach der Kontrolle ein Band als Nachweis bekommen, das für einen Tag gültig ist. Wer keines hat, kann auch nichts konsumieren. Wie in Lokalen auch, gilt zudem Registrierungspflicht.

Wie Christkindlmärkte damit umgehen, wird durchaus unterschiedlich gehandhabt – etwa die Ausgabe der Covid-Bänder. „In Innsbruck wird jeder Gastronom am Markt auch eine Ausgabestelle sein“, erklärte Bernhard-Stefan Müller, der das Sicherheitsgrundkonzept für die Tiroler Märkte erstellt hat.

In Linz, Graz oder Salzburg wiederum sind dezentrale Ausgabestellen geplant, an denen auch die 3-G-Kontrollen erfolgen werden. Wer nur über den Markt spazieren oder abseits der Gastronomiestände einkaufen will, braucht keinen Nachweis.

Österreichs Christkindlmärkte sind nicht nur für die Betreiber ein Geschäft, sie sind auch für den Tourismus Magneten. Und der ist insbesondere in den Städten weiter am schwersten von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen.

In Innsbruck sind es vor allem Massen an Italienern, die in normalen Jahren die Bergweihnacht besuchen. Dass die sich von der 3-G-Regel abschrecken lassen, glaubt man in der Branche nicht. Immerhin dürfen auch in Italien nur Geimpfte, Genesen oder Getestete in Lokale. Und noch vor Österreich wurde dort am 15. Oktober 3G am Arbeitsplatz eingeführt.

Sollten sich die Auflagen aber verschärfen, weil sich die Pandemie wieder zuspitzt und etwa nur noch PCR-Tests als Test-Nachweis erlaubt werden (2,5G), sieht die Sache anders aus: „Da ist die Frage, ob sich das italienische Touristen antun“, sagt Müller.

Mit dem Bändersystem wäre man zwar sowohl für 2,5G als auch 2G gerüstet. Das Besucheraufkommen könnte sich unter solchen Bedingungen aber massiv verringern. „Das wäre für die Marktbetreiber alles andere als lustig“, so Müller. Ob dann noch weitergemacht wird, sei „eine wirtschaftliche Überlegung“.

Hoffen und Bangen

Wolfgang Haider vom Salzburger Christkindlmarkt hält sich mit seinen Erwartungen noch zurück. „Wir gehen mit großem Hoffen und Bangen hinein“, sagt er. Zu unsicher sieht er die Pandemielage noch. Und wenn er über die Grenze ins nahe Bayern schaut, ortet er auch ein Konkurrenzproblem. „Dort finden die Märkte ohne Auflagen statt.“ In einem Monat soll es in Innsbruck wie auch in Salzburg losgehen.

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