Chronik | Österreich
16.11.2018

Causa Copa Cagrana: Anklage gegen Ex-Generalpächter

Norbert W. soll mit Copa Cagrana 1,7 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben - ihm droht eine lange Haftstrafe.

Während die Stadt Wien derzeit mit dem Umbau der Copa Cagrana an der Donau beschäftigt ist, werden die Altlasten bald vor Gericht abgehandelt. Gegen den Generalpächter Norbert W. wurde jahrelang ermittelt, nun hat die Staatsanwaltschaft Wien gegen ihn Anklage wegen gewerbsmäßiger Abgabenhinterziehung erhoben.

Nach einem erfolglosen Einspruch ist die Anklage seit Kurzem rechtskräftig. Der strafbestimmende Wertbetrag – sprich der Betrag, den Norbert W. hinterzogen haben soll, – wird mit 1,7 Millionen Euro beziffert. Diese hohe Summe könnte sich auch empfindlich auf die Strafe auswirken. Denn W. droht damit eine Geldstrafe von 5,1 Millionen Euro und zugleich eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren Haft. Der bisher selten wortkarge W., der im Vorjahr seinen Namen geändert hat, wollte die neuen Entwicklungen nicht näher kommentieren.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der betrügerischen Krida gegen W. wurden bereits im vergangenen Jänner ebenso eingestellt wie Ermittlungen nach dem Unternehmensstrafrecht gegen seine Boardwalk Entwicklungs GmbH. Die Gesellschaft befindet sich derzeit in Liquidation, ob sie überhaupt über Vermögen verfügt, ist unklar. Dabei ist die Stadt Wien eine der am meisten Betroffenen, der ganze Streit mit Norbert W. und allen dazugehörigen Kosten wird schlussendlich an die drei Millionen Euro ausmachen. Allein eine Million sind für Rechtsanwaltskosten draufgegangen, weil W. bis heute noch Dutzende Verfahren gegen die Stadt führt.

Inzwischen hat der einstige Generalpächter Norbert W. zivilrechtlich massive Probleme. Seine „Hausbank“ hat am Handelsgericht Wien die Versteigerung seines Hauses im Marchfeld (NÖ) beantragt, um eine „vollstreckbare Forderung“ (214.873 Euro) plus Zinsen und Kosten einzutreiben. Laut Handelsgericht hat W. das Verfahren bis zum Obersten Gerichtshof gebracht, aber auch dort verloren. In der Folge hat W. die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt, weil Zeugen angeblich falsch ausgesagt haben.

Im Steuer-Strafverfahren kann eine etwaige „Vermögenslosigkeit“ für Weber zum Bumerang werden. Wird der Ex-Generalpächter tatsächlich zu einer Millionenstrafe verurteilt, wird diese bei Nichteinbringung in eine zusätzliche Freiheitsstrafe umgewandelt. Oder anders gesagt: W. muss die Geldstrafe dann auch absitzen.

Copa Beach wird umgebaut

Die Stadt Wien beziehungsweise das Wiener Gewässermanagement sind weiter mit dem Umbau der Copa Cagrana beschäftigt, die mittlerweile Copa Beach heißt. Nach dem zentralen Bereich soll heuer im Winter der Zugangsbereich zur U-Bahn und der Teil stromaufwärts des Lokales Rembetiko umgebaut werden.

Vorerst noch keinen Bautermin gibt es für die Türme am Copa Beach, in denen etwa Sportbereiche geschaffen werden sollten. Auch die Adaptierung des Bereichs hinter dem Copa Beach hängt noch von einigen umliegenden Projekten ab und davon, wann diese tatsächlich starten. Es deutet viel daraufhin, dass es noch einige Jahre eine Übergangslösung geben könnte. Diese wird von den Bewohnern und Besuchern aber sehr gut angenommen – im Sommer war die Copa extrem gut besucht. Vor allem das Fußball-WM-Public- Viewing zog viel Publikum an.