Chronik Österreich
01/14/2020

Billiger Bus soll Parkplatzmisere am Salzburger Hausberg lösen

Eine Halbierung des Fahrpreises und eine Taktverdichtung sollen den Bus auf den Gaisberg attraktivieren.

von Matthias Nagl

Das Wochenende war auf dem Gaisberg, dem Salzburger Hausberg, vergleichsweise ruhig. Zwar nutzten viele Ausflügler und Spaziergänger das schöne Wetter vor allem am Sonntag, die Auffahrt zum 1.287 Meter hohen Gipfel musste von der Polizei aber an beiden Tagen nicht gesperrt werden. Gerade an schönen Wintertagen kommt das aber immer wieder vor, für gewöhnlich vor allem im Spätwinter.

Heuer kam es ungewöhnlich früh, bereits am Dreikönigstag, dem 6. Jänner, zu Problemen. Es gab zwar keine Gipfelsperre, auf dem Gipfelplateau herrschte aber Parkchaos. Die neuralgische Stelle, übrigens der höchste Punkt im Stadtgebiet, ist seit Jahren bekannt, nun startet die Stadtregierung wieder einmal einen Lösungsversuch.

Es gibt zwar einen öffentlichen Bus zur Spitze, der fährt aber nur im 90-Minuten-Takt. An besucherstarken Tagen ist das viel zu wenig. Nun wird mit Taktverdichtung und Fahrpreis-Vergünstigung gegengesteuert.

Gratispläne abgelehnt

„Wir werden an den Wochenenden im Februar und März den Fahrpreis stützen, damit er um mehr als die Hälfte günstiger wird“, erklärt Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) im KURIER-Gespräch. Die Hin- und Rückfahrt kostet dann nur mehr 3,80 statt wie aktuell 7,80 Euro. Das hat die Stadtregierung am Montag beschlossen.

Ebenfalls geklärt wurde, dass Fahrten auf den Gaisberg in der Jahreskarte für die Stadt inkludiert sind. Eine Taktverdichtung wurde als Option für Schönwetter auch beschlossen. „Das Busunternehmen wird Verstärker einsetzen, wenn die Wetterlage besonders gut ist. Dann gibt es einen 45-Minuten-Takt“, sagt Preuner.

Immer wieder werden Rufe nach einem totalen Fahrverbot auf den Gipfel laut, ÖVP und SPÖ lehnen das aber ab. Der SPÖ-Vorschlag, den Bus an Tagen mit großem Besucherandrang gratis anzubieten, stieß auf wenig Gegenliebe. „Ich halte das nicht wirklich für sinnvoll. Dann wollen in einem Schub wahnsinnig viele Leute rauf. Das Plateau verträgt aber nur eine gewisse Anzahl an Leuten“, erklärt Preuner.

Nein zu Seilbahn-Ideen

Auch die SPÖ-Idee, den Süden der Stadt ebenfalls mit einem Bus an den Hausberg anzubinden, kam nicht wirklich gut an. Das soll aber zumindest geprüft werden. Der Gaisbergbus startet aktuell im Zentrum und fährt über nördliche Stadtteile auf den Gipfel.

Zuletzt medial kolportierte Ideen für eine Seilbahn auf den Gaisberg, die nicht zum ersten Mal durch die Stadt schwirren, lehnt die Stadtregierung geschlossen ab. „Dann wäre auch der Gaisberg ein Touristenberg, er soll aber ein Naherholungsgebiet für die Salzburger bleiben. Das zu erhalten, ist uns bisher gut gelungen“, sagt SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger.

Vor Eröffnung der Straße auf den Gipfel – übrigens österreichweit die erste für rein touristische Zwecke – im Jahr 1929 war der Gaisberg schon einmal bahntechnisch erschlossen. Von 1887 bis 1928 fuhr eine Zahnradbahn auf den Gipfel. Genutzt wurde sie auch von prominenten Fahrgästen wie Kaiserin Sissy und dem Schah von Persien, Nasr ed Din.

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