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Chronik | Österreich
05/21/2019

Bevölkerung: Westen wächst stärker als Wien

Österreich kommt 9-Millionen-Einwohner-Marke näher, wenn auch langsamer. Den stärksten Zuwachs gab es 2018 in Vorarlberg.

Genau 8.858.775 Menschen - also 8,86 Mio. - lebten am 1. Jänner 2019 in Österreich. Das sind um 36.508 Personen (0,41 Prozent) mehr als zu Jahresbeginn 2018. Das geht aus der aktuellen Bevölkerungsstatistik der Statistik Austria hervor. Grund dafür ist vor allem die Zuwanderung aus dem Ausland, doch auch die Geburtenrate trug zum Wachstum bei: Es sind nämlich deutlich mehr Kinder geboren, als Menschen gestorben. Mehr dazu weiter unten im Text.

Allerdings hat sich der Bevölkerungszuwachs gegenüber 2017 deutlich verlangsamt  damals betrug der Zuwachs noch 0,56 Prozent oder 49.402 Menschen.

Westen überholt Wien

Besonders überraschend: Sowohl Vorarlberg als auch Oberösterreich, Salzburg und Tirol überholten im Vorjahr die Bundeshauptstadt mit einem Bevölkerungswachstum von mehr als 0,47 Prozent, während Wien nur ein Plus von 0,46 Prozent verzeichnen konnte. Seit 2009 war Wien der ungeschlagene Vorreiter, was die Bevölkerungszunahme anbelangt.

Gründe dafür gibt es mehrere: „Wenn die Zuwanderung zurückgeht, wie es 2018 der Fall war, spürt das zuallererst das Zuwanderungsziel Nummer eins“, erklärt Alexander Wisbauer von der Statistik Austria. Zudem hat sich die Struktur der Zuwanderer verändert: Während der Anteil an Menschen aus Drittstaaten zurückgegangen ist, ist jener von Personen aus EU-Ländern gleich geblieben. „Und diese zieht es nicht nur ins Ballungszentrum, sondern auch in den Westen des Landes, wo etwa viele Tourismusbetriebe angesiedelt sind“, erläutert Wisbauer.

 

41 Personen mehr in Kärnten

Auch die hohe Geburtenrate im Westen sowie die Zu- und Abwanderung innerhalb Österreichs spielen eine Rolle: Kein anderes Bundesland „verlor“ 2018 mehr Bürger als Wien. 5.913 Personen zogen 2018 von der Bundeshauptstadt in ein anderes Bundesland. Im Gegensatz dazu verzeichnete Niederösterreich 6.563 neu gemeldete Bürger (das entspricht einem Plus von 0,41 Prozent).

Geringen Bevölkerungszuwachs gab es im Burgenland (0,26 Prozent) und in der Steiermark (0,23 Prozent). Den hintersten Platz im Bundesländer-Ranking belegt Kärnten, dort lebten zu Jahresbeginn 2019 nur 41 Menschen mehr, als zu Jahresbeginn 2018.

Fruchtbares Österreich?

Positiv ausgefallen ist die Geburtenbilanz: Es gibt mehr Neugeborene als Todesfälle, genaugenommen 85.535 zu 83.975. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Geburten jedoch um 2,4 Prozent zurückgegangen. Nur in Vorarlberg (plus 0,9 Prozent) und dem Burgenland (plus 1 Prozent)  wurden mehr Kinder geboren als 2017. Alle anderen Bundesländer weisen einen Rückgang auf, am stärksten Salzburg mit minus 4,2 Prozent im Vergleich zu 2017.

Weniger Junge, mehr Pensionisten

Die Frauen waren am 1. Jänner 2019 weiterhin in der Überzahl, es stand 4.501.742 zu 4.357.033. 19,4 Prozent der Bevölkerung waren Jugendliche unter 20 Jahren. 5,47 Millionen Menschen (61,8 Prozent) der Bevölkerung waren im Haupterwerbsalter von 20 bis 65 Jahren, 1,67 Millionen (18,8 Prozent) waren 65 oder älter. Damit gab es 2018 exakt 1.803 unter 20-Jährige weniger.

Gleichzeitig gab es um 21.567 mehr Menschen im Pensionsalter. 1.006 Menschen in Österreich waren am 1. Jänner 100 Jahre oder älter - 875 Personen davon waren Frauen, 131 Männer.

Außerdem sind 2018 mehr Menschen nach Österreich gezogen, als Österreich verlassen haben: 146.856 Personen kamen in Österreich an, 111.555 verließen das Land wieder. Trotzdem ist diese sogenannte Netto-Zuwanderung gegenüber 2017 deutlich gesunken: Nämlich um 21 Prozent. Der Zuzug erfolgte vor allem aus anderen europäischen Staaten. Die größte Gruppe an Zuwanderern waren die Rumänen, gefolgt Deutschen, Ungarn, Kroaten und Bulgaren.

Mehr Deutsche als andere ausländische Staatsbürger

Trotzdem konnten die deutschen Staatsbürger ihren Stockerlplatz erfolgreich verteidigen: Sie bleiben mit 192.426 Personen die größte Gruppe an Menschen mit nicht-österreichischer Staatsangehörigkeit. Danach folgen Rumänen (112.684), Ungarn (82.712) und Kroaten (79.999). Die größten Gruppen von Drittstaatsangehörigen waren Serben (121.348), Türken (117.231) und Bosnier (95.839).

Insgesamt hatten im Vorjahr 16,2 Prozent der Bevölkerung Österreichs, also knapp 1,44 Mio. Menschen, eine ausländische Staatsbürgerschaft. Mehr als die Hälfte davon kommt aus EU-Ländern.