Chronik | Österreich
25.07.2018

Unfall mit Red-Bull-Helikopter, weil Tankschlauch zu kurz war

Teile flogen 160 Meter durch die Luft. Erneut Pilotenfehler bei Unfall mit Red-Bull-Flieger.

Der aufsehenerregende Unfall mit einem umgebauten US-Kampfhelikopter am Tiroler Flugplatz Reutte-Höfen im Mai 2017 hatte eine kuriose Ursache. Der am gestrigen Dienstag veröffentlichte Untersuchungsbericht des Verkehrsministeriums ergab, dass der bekannte Pilot Siegfried „Blacky“ Schwarz „wusste, dass der Treibstoffschlauch der Tankstelle relativ kurz war, weshalb er so nahe wie möglich an der Tankstelle landen wollte“. Und das offenbar bei ungünstigem Rückenwind, wie ein Video des Vorfalls zeigt.

Tatsächlich war der Treibstoffschlauch ab der Kante des Vordaches nur 13 Meter lang. Der Durchmesser des Rotors lag bei 13,6 Metern. Es war also klar, dass das eine knappe Geschichte werden würde. Statt woanders zu landen und den Hubschrauber dorthin zu transportieren, landete Schwarz aber beim Tankschlauch. Dabei gerieten die Rotorblätter ins Dach – die Trümmer flogen 160 Meter weit. Glücklicherweise trafen sie keinen der Zuseher. Es gab keinen Verletzten bei dem Unfall.

Als offizielle Ursache wurde „Fehleinschätzung der Distanz zwischen Helikopter und Gebäude“ angegeben. Nach dem tödlichen Unfall des Red-Bull-Piloten Hannes Arch war es der zweite Vorfall eines Piloten des Salzburger Getränkeerzeugers, der sich offenbar überschätzt hat.

Die Höhe des Sachschadens ist unklar. Laut Insidern soll er aber enorm gewesen sein. Der Hubschrauber war anschließend unbrauchbar.

Erst vergangene Woche gab es einen sehr ähnlichen Unfall in St. Marein bei Wolfsberg. Ein Kärntner wollte seinen Privathelikopter auftanken. Da der Tankschlauch zu kurz war, hob er noch einmal ab und touchierte mit den Rotorblättern den Boden. Der Pilot wurde leicht verletzt, der Hubschrauber wurde schwer beschädigt.