© Raffaela Lindorfer

Salzburg
10/10/2014

Benimm-Fibel für Bettler: „Anfassen verboten“

"Keine Behinderung vortäuschen" ist eine von 17 Regeln, die in einem Heft festgehalten sind.

von Raffaela Lindorfer

Personen anfassen, begleiten oder beschimpfen ist verboten“ und „Sie dürfen keine Behinderung vortäuschen“ sind zwei von insgesamt 17 Regeln, die Bettlern in der Stadt Salzburg in Form einer Benimm-Fibel nahegebracht werden. Das Heft im Hosentaschenformat mit dem Titel „Unsere wichtigsten Regeln für Bettler“ ist am Freitag in einer Erstauflage von 3000 Stück erschienen. Ab sofort sollen sie an die rund 130 Bettler in der Stadt verteilt werden.

„Es ist erforderlich, dass sie sich an gewisse Grundregeln halten, damit Konflikten gar nicht erst entstehen“, erklärt Sozial-Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ). Die Intention sei nicht, die Notleidenden zu maßregeln, sondern ihnen die gesetzlichen Bestimmungen zu erklären. „Viele wissen gar nicht, welche Gesetze bei uns gelten. Jetzt gibt es keine Ausrede mehr. Wenn sie sich nicht daran halten, muss die Polizei einschreiten, wie es auch bisher der Fall war“, betont Hagenauer.

Die 17 Punkte sind in den Sprachen Deutsch, Rumänisch, Ungarisch, Bulgarisch und Romanes – der Muttersprache vieler Roma – verfasst. Zum besseren Verständnis und auch, weil einige Bettler nicht lesen können, wurden sie mit Illustrationen versehen. „So etwas hat es in dieser Form in Österreich noch nicht gegeben“, ist die Sozialstadträtin stolz. In einem eigenen Abschnitt wird an das Verständnis der Stadtbewohner appelliert: Bettler würden reisen, weil sie daheim häufig ihre Familien nicht ernähren können, heißt es dort.

Notunterkunft in Sicht

Der „Bettler-Kodex“ sei aber nur der erste Schritt im Maßnahmenpaket, das der ordnungspolitische Arbeitskreis der Stadt im Sommer beschlossen hat. Auf der Agenda steht auch eine soziale Notversorgung. Ein geeignetes Gebäude dürfte bereits gefunden sein. Hagenauer kündigt an, kommende Woche die Details auf den Tisch zu legen. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir einen großen Schritt weiter sind. Ob unsere Maßnahmen gefruchtet haben, werden wir in einem Jahr überprüfen lassen.“

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