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Chronik Österreich
06/15/2020

Bekanntes Vier-Sterne-Hotel schlittert in die Pleite

Die Betriebsliegenschaft befindet sich im Eigentum der Haselsteiner Familien-Privatstiftung.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

„Der Knappenhof strahlt im neuen Glanz, aber mit sorgfältiger Bewahrung der traditionellen Atmosphäre. Die wunderbare Lage unseres Hotels mit einer der schönsten Sonnenterrassen Niederösterreichs und die vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung am Fuße der Rax sind die Besonderheiten des Knappenhofs“, heißt es auf der Homepage des Vier-Sterne-Hotels. „Verbunden mit allen Annehmlichkeiten eines hervorragenden Hotelbetriebes bietet der Knappenhof die Möglichkeit sich ein paar schöne, erholsame Tage zu gönnen. (...) Ihre individuellen Wünsche und Ruhe sind in unserem familiär geführten Hotel oberste Prämisse. Das Knappenhof-Team ist stets um ihr Wohlbefinden und Erholung bemüht.“

Jetzt musste die Betreiberin, die Der Knappenhof GmbH, die Reißleine ziehen. Sie hat laut Creditreform und AKV Insolvenz angemeldet. Der Betrieb soll geschlossen werden.

Die Betriebsliegenschaft befindet sich im Eigentum der Haselsteiner Familien-Privatstiftung. „Zur Investition in die Renovierung und den Ausbau des Unternehmens wurde die Betriebsliegenschaft 2007 an die Haselsteiner Familien-Privatstiftung veräußert und es wird diese von der Antragstellerin gemietet“, zitiert der AKV aus dem Insolvenzantrag.

Bereits im Jahr 2012 wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet und später wieder rechtskräftig aufgehoben. „Das Abgleiten in die nunmehrige Insolvenz wird auf die hohen erforderlichen Investitionskosten in das Betriebsobjekt zurückgeführt, welche erforderlich waren, um ein gehobenes Publikum in Umkreis von Wien anzusprechen“ zitiert der AKV aus dem Insolvenzantrag.

Im Jahr 2020 konnte das Unternehmen nach der Wintersperre auf Grund der Covid-19-Maßnahmen nicht wiedereröffnet werden. „Trotz bereits vorhandener Probleme bei der Führung des Betriebes führt die Antragstellerin nunmehr schließlich ihre eingetretene Zahlungsunfähigkeit auf diese behördlichen Maßnahmen zurück“, heißt es weiter.

Die Schulden werden mit rund 928.000 Euro beziffert, davon entfallen 556.000 Euro auf offene Bestandsendgelte und je 180.000 Euro auf Bankverbindlichkeiten und Gesellschafterdarlehen. Die Aktiva werden mit 20.000 Euro beziffert.

Indes hat die Verpächterin, die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, laut Antragstellerin bereits angekündigt, dass sie von ihrem Bestandsgeber-Pfandrecht Gebrauch machen wird und die ins Bestandsobjekt eingebrachten Fahrnisse übernehmen wird. Die Haselsteiner Familien-Privatstiftung will mit dem Insolvenzverwalter dazu Kontakt aufnehmen, "um allenfalls vermeidbaren Aufwand zu vermeiden".

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