Alles andere als fertig ...

© /GERT EGGENBERGER

Kärnten
08/29/2014

Behördenstreit wegen Mausoleum

Unternehmer baute sich Grabmal, darf es aber nicht "nutzen".

von Thomas Martinz

Man könnte schmunzeln über die Never-Ending-Story in Klagenfurt/Annabichl. Aber das wäre auf einem Friedhof unangebracht und die Gruft, die Alexander Omatov hier in einem äußerst prominenten Bereich errichten ließ, sorgt eher für Ärger als für Lacher.

Seit 2008 bewegt ein Mausoleum die Gemüter, seit damals narrt der Unternehmer die Behörden. Der gebürtige Russe erhielt im Jahr 2008 einen gültigen Baubescheid für eine Gruft auf dem Friedhof, errichtete sie aber höher als erlaubt. Für die Stadt war klar: das Mausoleum muss verkleinert werden!

Endlos-Diskussionen mit Omatov, dessen Aufenthaltsbewilligung bei seiner Einreise 1990 fast an einer goldenen Rolex scheiterte (er vergaß, sie zu verzollen), folgten. Der Russe versuchte, die Stadt umzustimmen, präsentierte Alternativpläne. Aber vor allem ignorierte er sämtliche Bescheide, die die Herstellung des rechtmäßigen Zustandes forderten. "Das Theater fand erst heuer im April ein Ende, als wir ihm drohten, eine Firma mit dem Rückbau zu beauftragen und ihm dies in Rechnung zu stellen", sagt Klagenfurts Friedhofreferent Wolfgang Germ.

Nicht fertiggestellt

Omatov ließ plötzlich rückbauen, aber nicht fertigstellen. Und dementsprechend sieht die "Ruine" derzeit aus. Nämlich alles andere als fertig. "Wenn Omatov nicht bald reagiert, bekommt er einen Aufforderungsbescheid", sagt Germ, den verärgerte Friedhofsbesucher unter Druck setzen. Gegen den Bescheid könne Omatov aber wieder berufen. Und der Zirkus beginnt von vorne.

Kurioses Detail am Rande: Der 63-jährige Omatov hat die Gruft ursprünglich für sich selbst errichten lassen. Im Falle seines Ablebens hätte er aber kein "Nutzungsrecht", wie es in der Amtssprache heißt. Das sei erst gegeben, wenn eine Gruft fertiggestellt ist, teilt Germ mit. In Klagenfurt wird dieses Nutzungsrecht übrigens für die Dauer von 25 Jahren erteilt, 10.000 Euro wären im Fall einer tatsächlichen Fertigstellung zu zahlen.

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