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Salzburg
10/29/2014

Bandidos-Drahtzieher in U-Haft

Hannes H. wollte Rocker nach Österreich bringen / Justiz ermittelt wegen Betrugs.

von Raffaela Lindorfer

Die Luft wird immer dünner für den Salzburger Hannes H., der – wie berichtet – im Umfeld des Motorradclubs Bandidos in Österreich Geschäfte machen dürfte. Der 30-Jährige sitzt seit zweieinhalb Wochen in Untersuchungshaft. Neben den kürzlich aufgenommenen Ermittlungen in sieben Betrugsfällen laufen noch zwei Gerichtsverfahren wegen Betrügereien im Rotlicht-Milieu, bestätigt die Staatsanwaltschaft Salzburg.

Damit nicht genug: Laut KURIER-Recherchen droht dem von ihm gemieteten Vereinslokal der Legion Torro, einem Ableger der Bandidos, in Salzburg die Zwangsräumung. Auch die angekündigte „Goldfighter MMA Fight Night“ am 5. Dezember in der Event-Pyramide Vösendorf (NÖ), hinter der H. als Projektleiter steckt, ist nach Zahlungsproblemen abgesagt.

Betrug im Rotlicht

Zur U-Haft, die am 11. Oktober verhängt wurde, erklärt Staatsanwaltssprecher Marcus Neher: „Es besteht Tatbegehungsgefahr. Gegen H. wurden erneut Ermittlungen wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs eingeleitet, während bereits zwei Gerichtsverfahren mit einem ähnlichen Tatvorwurf laufen.“ Hannes H. ist einschlägig vorbestraft, zuletzt hatte er 2011 eine Haftstrafe abgesessen.

Die vorgeworfenen Delikte, die den 30-Jährigen diesmal hinter Gitter gebracht haben, stehen unter anderem im Zusammenhang mit seiner Geschäftstätigkeit in Salzburg-Stadt und Saalfelden. Hier hat die Goldfighter GmbH, eine Event- und Handelsagentur im Kampfsportbereich, ihre Zweigstellen. So soll H. Werbematerial bestellt haben, ohne es zu bezahlen, die Zeche in einem Nobel-Lokal geprellt und versucht haben, sich für einen vierstelligen Betrag Getränke liefern zu lassen. Um seinen Namen aus den Machenschaften herauszuhalten, soll er laut Anklage einen Geschäftsführer vorgeschoben haben.

Dasselbe Spiel dürfte H. zuvor bei den insolventen Tabledance-Bars „Troja“ in Salzburg und „Gentlemen’s Club“ in Kitzbühel gespielt haben: In den beiden aktuellen Verfahren werden ihm schwerer gewerbsmäßiger Betrug, Untreue und Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Schadenssumme ist sechsstellig. Dem Salzburger drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Fight Night abgesagt

Und dann wären da noch die Bandidos, mit denen H. seit seinem Rauswurf bei den Hells Angels angebandelt haben dürfte. Mitglieder der berüchtigten Biker-Gang werden beim Kampfsportevent „Goldfighter MMA Fight Night“ am 5. Dezember im Eventhotel Pyramide Vösendorf erwartet. Seit kurzem steht fest: Daraus wird nichts. Laut Hotel-Sprecherin Birgit Reitbauer wurde bisher keine Anzahlung geleistet. „Die Veranstaltung ist damit für uns hinfällig.“ Im Internet werden trotzdem weiterhin Eintrittskarten im Vorverkauf angeboten.

Aus demselben Grund ist bereits die ursprünglich geplante Location geplatzt. Die Salzburg Arena erklärte den Veranstaltungsvertrag im August als nichtig, weil die Zahlungsfrist nicht eingehalten worden war.

Zwangsräumung

Auch die Goldfighter-Filiale in der Innsbrucker Bundesstraße in Salzburg steht vor dem Aus. Wegen angeblicher Mietrückstände in Höhe von rund 13.000 Euro ist der Hauseigentümer gegen H. vor Gericht gegangen. „Seit dem Einzug im Februar habe ich erst eine Miete gesehen. Ich wurde immer wieder vertröstet.“ Der Shop im Erdgeschoß und das Vereinslokal der Legion Torro im oberen Stock könnten noch heuer zwangsgeräumt werden, sofern H. keine Berufung gegen den Bescheid einlegt. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob ein Einmietbetrug vorliegt.
Vom Verfassungsschutz in Salzburg heißt es weiterhin, man habe den Motorradclub im Auge, kriminelle Aktivitäten wurden bisher aber nicht beobachtet.

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