Chronik | Österreich
18.11.2017

Bad Gastein: "Wir brauchen kein mittelmäßiges Apartmenthotel"

Hotelier verlangt "mehr als nur Betten" / Ex-Strabag-Chef Haselsteiner will Machbarkeitsstudie abwarten.

Ein Wintereinbruch hat die Notsanierung der drei vom Land übernommenen Gebäude am Straubingerplatz in Bad Gastein zuletzt verzögert. In den kommenden Tagen wird erneut Schneefall erwartet. Während noch nicht einmal die behördlich vorgeschriebenen Erhaltungsarbeiten erledigt worden sind, wird bereits eifrig über mögliche Investoren spekuliert, die die leer stehenden Häuser wieder beleben könnten.

Immer wieder fällt der Name Hans Peter Haselsteiner, dessen Freund Erhard Grossnig vom Land als Projektpartner ins Boot geholt worden ist. Der Familien-Privatstiftung Haselsteiners gehört bereits ein Apartmenthaus in unmittelbarer Nähe.

Haselsteiner meint, er wolle eine Machbarkeitsstudie abwarten, "die erhärten wird, ob und welche Investition in Gastein sinnvollerweise getätigt wird", teilt der frühere Strabag-Chef mit. "Erst nach Vorliegen dieser Studie werde ich mich entscheiden, dem Projekt beizutreten. Bis dahin würden wir über ungelegte Eier diskutieren, was ich vermeiden möchte."

Olaf Krohne, Geschäftsführer des Hotel Regina, erwartet sich, dass ein allfälliges Projekt "mehr als nur Betten" bringt. Ein "mittelmäßiges Apartmenthotel" brauche der Ort angesichts von mehr als einer Million Nächtigungen im Jahr nicht. Krohne hofft, dass der Ort auch für den Tourismusverband des Gasteinertals wieder herzeigbar wird. "Wir kämpfen seit Ewigkeiten im Ort, dass Bad Gastein wieder eine eigene Identität bekommt." Die Schuld am Verfall der Gebäude verortet er nicht nur beim verstorbenen Investor Franz Duval. "Letztendlich haben die Gemeinde, Land und Banken die Gebäude verkauft, weil sie keiner wollte."

Daran erinnert auch Gastronom und Neos-Politiker Sepp Schellhorn, der in Bad Gastein eine Skihütte betreibt. Er findet es unangemessen, dass das Land sich nun als Retter hinstellt, "obwohl sie vorher Blödsinn gebaut haben". Man hätte sich zudem Vorkaufsrechte für das Haus Austria und das Kongresszentrum sichern sollen, die sich nach wie vor in Besitz der Duvals befinden.

Betrieb sperrt zu

Während zuletzt große Hoffnung aufgekeimt ist, hat den Ort kürzlich eine neuerliche Hiobsbotschaft ereilt: Das Kurheim Habsburgerhof (gehört der Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien, Anm.) schließt im Dezember seine Pforten, berichten die Salzburger Nachrichten. Rund 30 Mitarbeiter sind betroffen.