(Symbolbild)

© REUTERS/ANGELIKA WARMUTH

Chronik Österreich
12/01/2021

Aufmüpfiges Brauchtum: Aktion scharf gegen den Krampus

In Osttirol wurde am Wochenende bereits ein illegaler Krampuslauf unterbunden. Die Polizei setzt einen Kontrollschwerpunkt

von Christian Willim

Der Nikolaus hat heuer an seinem großen Tag, dem 6. Dezember am kommenden Montag, einen ziemlich eingeschränkten Radius. Anders als im Lockdown im Vorjahr, darf er zwar mit Geschenken vorbeikommen – allerdings nur bei einem Haushalt. Und wenn er nicht genesen oder geimpft, sondern nur getestet ist, muss er dabei auch noch eine FFP2-Maske tragen.

Große Nikolo-Treffen sind unter den derzeitigen Corona-Regeln genauso wenig möglich wie die großen Krampusläufe, die vor allem im Westen und Süden Österreichs regelrechte Spektakel mit Zuschauermassen sind. In kaum einer anderen Region Österreichs sind die Krampusbräuche derart verwurzelt wie in Osttirol.

Dort macht sich unter den Brauchtumsgruppen nun offenkundig Widerstand breit.

Fußgängerverkehr

In der Bezirkshauptstadt Lienz hat die Polizei am Samstag einen illegalen Krampuslauf unterbunden. Dass da was im Gange war, stand für die Exekutive relativ schnell fest. „Wir haben einen bemerkenswerten Fußgängerverkehr festgestellt“, erzählt Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger.

Gegen 17.45 Uhr habe es „über mehrere Gemeindestraßen ein Zugehen auf das Stadtzentrum gegeben“. Hunderte Schaulustige hatten sich versammelt.

Dabei kontaktierte die Polizei schon im Laufe des Tages mehrere Krampusgruppen und hat sie auf das Verbot solcher Veranstaltungen hingewiesen. Offenkundig wollten nicht alle hören. Die Polizei fing Krampusse bei Kontrollen ab. Und auch bei den Zuschauern wurde eingegriffen. „Wir haben 250 Personen in der Innenstadt kontrolliert.“

Letztlich wurden acht Krampusse und elf Schaulustige wegen Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen sowie drei Organisatoren der illegalen Zusammenkunft angezeigt. Die wurde über die sozialen Medien angekündigt.

„Wir haben ein stark ausgeprägtes Brauchtum mit mehreren Krampus-Hochburgen in Osttirol“ sagt Wolsegger. Bereits im Vorjahr habe es trotz Starkschneefalls und Lockdowns Krampusaufläufe gegeben. Entsprechend alarmiert war die Polizei, die nun eine Aktion scharf gegen weitere derartige Umtriebe plant.

„Wir legen unser Augenmerk auf die kommenden Tage – insbesondere auf das Wochenende inklusive dem 6. Dezember“, sagt der Bezirkspolizeikommandant. Im Fokus stehen dabei alle Krampus-Hochburgen des Bezirks, der im Übrigen die aktuell dritthöchste 7-Tage-Inzidenz in Österreich aufweist und somit ein Covid-Infektionshotspot erster Klasse ist.

Zusätzliche Kräfte

Um den Krampussen in dieser Lage Einhalt zu gebieten, wird es Unterstützung der Einsatzeinheit Tirol und weiterer Spezialkräfte geben, heißt es. Schon am vergangenen Samstag standen 30 Polizisten im Einsatz, um die Menschenansammlung in Lienz zu unterbinden.

Im benachbarten Kärnten gab es bis jetzt noch keine Probleme mit widerständigen Krampussen, wie ein Polizeisprecher erklärt. Überrascht wäre man aber nicht, wenn da noch etwas kommt.

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