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Chronik Österreich
06/04/2019

Aufgekocht: Traditionsgasthaus "Zum Gwercher" ist nach Pleite auf Sanierungskurs

Im Insolvenzverfahren wurde der Betrieb restrukturiert und auf gesunde Beine gestellt. Gläubiger erhalten 22 Prozent Quote.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Montag dieser Woche gibt es als Menü gebackenes Hühnerschnitzel oder Krautfleckerln, am Dienstag steht ein Rindsragout oder Semmelknödel mit Champigonsauce auf der Karte; am Mittwoch Faschierterbraten, am Donnertag ist Ruhehetag und am Freitag gibt es Chicken Wings und Pommes Frites sowie geröstete Knödel. Das Traditionsgasthaus „Zum Gwercher“ in Stattersdorf, NÖ, wurde nach drei Monaten erfolgreich saniert. „Im Insolvenzverfahren wurde der Betrieb restrukturiert und auf gesunde Beine gestellt.“, sagt Stephan Mazal von Creditreform. Die Anzahl der Dienstnehmer wurde von 18 auf zehn Personen reduziert. Dazu muss man wissen, dass das Gasthaus über 350 Sitzplätze verfügt.

Anfang März 2019 wurde über das Vermögen der M.M. Gastronmiebetriebs GmbH von Martin Marchetti ein Sanierungsverfahren eröffnet. Marchetti war aus gesundheitlichen Gründen eine Zeit lang nicht in der Lage, den Betrieb in gewohnter Weise zu führen. Das führte zu Umsatzeinbußen.

Sanierungsplan angenommen

Jetzt wurde der seit 2007 bestehende Betrieb mit dem Ziel einer Unternehmenssanierung erfolgreich fortgeführt. 45 Gläubiger haben bisher  429.977 Euro an Forderungen angemeldet. Davon wurden 413.629 Euro auch anerkannt. Davon entfielen 110.000 Euro auf die Hausbank, 100.000 Euro auf Lieferanten, rund 69.600 Euro auf das Finanzamt, 57.500 Euro auf Miete und Pacht sowie 23.500 Euro auf die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK). Vermieter des Lokals ist die Fritz Egger GmbH, der die Mieterin durchwegs unterstützt haben soll.

Insolvenzursache waren Umsatzausfälle und zu hohe Personalkosten. Bei der Sanierungsplantagsatzung am 4. Juni 2019 beim Landesgericht St. Pölten haben die Gläubiger den angebotenen Sanierungsplan in Höhe von 22 Prozent angenommen. Eine Barquote von fünf Prozent muss bis Ende Juli 2019 bezahlt werden.