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Chronik Österreich
09/21/2012

Auf Schwangere geschossen

15 Kugeln trafen eine schwangere Wienerin im Gesicht und in der Brust. Vom Schützen fehlt jede Spur. Ist Eifersucht das Motiv?

von Michael Berger

Plötzlich riss sich Stefanie ihre Hände vor das Gesicht und schrie vor Schmerzen", so beschrieb der Lebensgefährte des Schussopfers bei der Polizeibefragung die ersten Sekunden nach den Treffern durch mehrere Schrotkugeln. Donnerstag, kurz vor 20 Uhr schlenderten Stefanie B. (19) und ihr Freund (21) über den Telephonweg in Wien-Donaustadt. Die junge Frau wohnt bei ihrem Großvater, ganz in der Nähe. Gemeinsam mit ihrem Hund, einem Stafford-Terrier, wollte das Paar den Spätsommerabend genießen. Bis die 19-Jährige am Telephonweg 412 von mehreren Schrotkugeln im Gesicht, Hals- und Brustbereich getroffen wurde. Sie sackte zu Boden, ihr Begleiter alarmierte sofort die Wiener Rettung. Das Opfer – Stefanie B. ist in der siebenten Woche schwanger – wurde ins Donauspital gebracht.

Freitagmittag gaben die Ärzte auf KURIER-Anfrage Entwarnung: Es besteht keine Lebensgefahr. Auch dem Ungeborenen geht es gut. Die Verletzungen sind aber nicht zu unterschätzen. Denn 15 Schrotkörner bohrten sich unter die Haut der schwangeren Wienerin. Ein massiver Schock hätte auch das Ende der Schwangerschaft bedeuten können.

Weder Spur noch Motiv

Betreffend Tatmotiv ließen sich die Ermittler alle Optionen offen. Polizeisprecher Roman Hahslinger erklärte: "Es gibt noch keine Anhaltspunkte. Motive könnten Rache oder Eifersucht sein. Auch ein verirrter Schuss durch einen Jäger, oder ein Sniper sind als Auslöser denkbar." Am Tatortes konnten die Beamten vorerst keine Spuren sicherstellen. Und wegen der zum Tatzeitpunkt herrschenden Dunkelheit wird es schwierig, Zeugen ausfindig zu machen.

Im Telefonat mit dem Freund wurde die Erleichterung offensichtlich. Der junge Mann will – auch um seine schwangere Freundin zu schützen – anonym bleiben: "Wir hatten großes Glück. Als ich Stefanie im Spital besucht habe, lächelte sie und meinte, dass es ihr schon besser geht. Auch der Nachwuchs ist wohlauf. Keine Ahnung, wer so etwas macht."

Am frühen Abend konnte der KURIER mit dem Schussopfer, Stefanie B. sprechen: "Mir und dem Kind geht es gut. Die Herztöne sind da. Ich habe zwar eine Netzhautverletzung, aber das wird wieder. Und die Schrotkugeln im Körper wachsen von selbst heraus, sagen die Ärzte."

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