Chronik | Österreich
02.04.2017

Atelier stand in Flammen: "Unser Lebenswerk wurde vernichtet"

400 Ölgemälde des Künstlerehepaares Walser–Vassileva verbrannten. Der Schaden ist enorm.

Es war ein spektakulärer Brand, der sich Freitagfrüh mitten im Zentrum der Linzer Innenstadt ereignet hatte – der KURIER hat berichtet. Aus der Wohnung des Künstlerehepaares Ewald Walser und Ekaterina Walser-Vassileva, die als Atelier genutzt wird, loderten die Flammen. Die beiden konnte sich retten, rund 400 Ölgemälde des Künstlerpaares wurden aber ein Raub der Flammen.

"Es ist unser ganzes Lebenswerk, das hier vernichtet wurde", sagt Ewald Walser am Sonntag im Gespräch mit dem KURIER. Das gesamte Lager und die Arbeiten der vergangenen 20 Jahre hätten sich in dem Atelier befunden. "Es ist wirklich schlimm."

"In letzter Sekunde"

Nach einem kurzen Spitalsaufenthalt wegen leichter Verletzungen würden er und seine Frau sich gesundheitlich auf dem Weg der Besserung befinden. Doch emotional sei das Geschehene noch längst nicht aufgearbeitet. "Meine Frau wurde auf das Feuer aufmerksam. Wir kamen in letzter Sekunde aus der Wohnung. Sie hat uns das Leben gerettet", schildert der 69-Jährige.

Wie hoch der materielle Schaden sei, ist noch unklar. Auch Ewald Walser kann ihn noch nicht beziffern. Laut Polizei dürfte es sich um einen Betrag von "mehreren 100.000 Euro" handeln.

Doch Walser will auch nach vorne schauen, wie er sagt. Nächstes Ziel ist seine "lange geplante" Ausstellung am 18. April in der Linzer Galerie MAERZ. "Dafür werde ich mir einige meiner Bilder ausleihen", sagt der Künstler. Außerdem will er auf sein digitales Archiv zurückgreifen und die Bilder via Monitor präsentieren.

Die Brandursache steht laut Polizei noch nicht eindeutig fest. Ein technischer Defekt in der Wohnung kann ausgeschlossen werden. Als Ursache vermutet der Sachverständige eine Selbstentzündung der im Atelierzimmer gelagerten Chemikalien bzw. der mit Lösungsmitteln getränkten Lappen.

Retter

35 Einsatzkräfte waren bei einem Brand in der Linzer Mozartstraße vergangenen Freitag im Einsatz. Bemerkt wurde das Feuer von dem aus Afghanistan stammenden Asylwerber Hussein Ali Amini. Von einer Bushaltestelle aus hatte er die massive Rauchentwicklung bemerkt. Der Mann zögerte nicht, stürmte ins verrauchte Stiegenhaus, klopfte an die Türen und warnte so die Hausbewohner. Das Mehrparteien-Wohnhaus musste evakuiert werden.