Chronik | Österreich
11.10.2018

ARBÖ versus ÖAMTC: Streit um Rettungshubschrauber eskaliert

Vergabeverfahren vom Land gestoppt, Einspruch gegen die Ausbootung von ARBÖ und ARA.

Das Land Steiermark stoppt nun das Verfahren rund um die Vergabe eines dritten Standortes für Notarzthubschrauber (in der Nähe von Spielberg). „Wir setzen keine weiteren Verfahrensschritte, bevor eine gerichtliche Entscheidung vorliegt“, berichtet Harald Eitner, Leiter des Katastrophenschutzes, gegenüber dem KURIER.

Der Zeitplan verzögert sich damit: „Heuer werden wir wohl keinen Baubeginn mehr erleben.“ Geplant war, dass der Notarzthubschrauber im Frühjahr spätestens abhebt, das ist nicht mehr zu halten. „Es soll nicht auf ein paar Monate ankommen. Sollte der Start erst in der zweiten Jahreshälfte sein, ist das in Ordnung.“

Wie berichtet, war die Ausschreibung zunächst perfekt für den ÖAMTC, da etwa Nachtsichtflugtauglichkeit verlangt wurde. Überraschend bewarben sich aber auch ARA und ARBÖ mit einem technisch besseren Hubschrauber und der deutschen Luftrettung (DRF) im Hintergrund.

Ein Anbieter ausgebootet

Zunächst sollte die ARA, wie berichtet, offenbar aus dem Verfahren genommen werden, weil die ARA nur in Kärnten und Tirol als Rettungsorganisation zugelassen war. Doch dann kam es anders: Die ARA wurde vor zwei Wochen aus dem Rennen genommen, doch aus einem anderen Grund – weil sie laut dem Land nicht nachweisen konnte, dass sie das notwendige Fluggerät auftreiben kann. Obwohl dahinter die deutsche Flugrettung steht, die 50 Helikopter hat und zwei davon in Österreich einsetzt. Also sogar größer ist als die „Christophorus“-Staffel des ÖAMTC.

Die ARA, die auf Anfrage nicht Stellung nehmen möchte, legte gegen den Entscheid nun Berufung ein und wollte eine einstweilige Verfügung erwirken, um die Vergabe zu blockieren. Dem kam das Land nun aber zuvor. „Wir wollen Rechtssicherheit“, sagt Harald Eitner.