Anstieg beim Ladendiebstahl: Wenn es für die Wurst nimmer reicht

Anstieg beim Ladendiebstahl: Wenn es für die Wurst nimmer reicht
Angestellte im Lebensmittelhandel erzählen, dass seit der starken Teuerung immer mehr „wegkommt“.

Von Markus Strohmayer und Paloma Pöltinger

Erwin starrt auf die halb leere „Dreh und Trink“-Flasche in seiner Hand. Zuerst schaut er etwas ungläubig, dann zeigt er sie seiner Kollegin, die gerade Cola-Flaschen ins Regal einräumt – und sogleich die Augen verdreht: „Geh, net scho wieder“, sagt sie.

Erwin und seine Kollegin arbeiten in einer Billa-Filiale in Wien. Ladendiebstähle, und zwar auch dreiste, bei denen „Kunden“ Produkte aufreißen, anbeißen und zurücklegen, nehmen den beiden Angestellten zufolge zu. „Das ist extrem, seit alles so teuer geworden ist. Es gibt täglich Zwischenfälle“, erzählt der Filialleiter wenig später. Beim Rewe-Konzern will man auf KURIER-Anfrage von einem Plus bei den Diebstählen nichts wissen: „Wir bemerken keinen generellen Anstieg bei den Diebstählen [...] ein Zusammenhang mit der Teuerung ist nicht gegeben.“

50-Prozent-Pickerl als Beute

Regalbetreuer in den Filialen sprechen hingegen von Obst, das vor Ort gegessen und nicht bezahlt wird, Studenten, die Minus-50-Prozent-Pickerl mitgehen lassen, und Ärzten, die beim Stehlen erwischt werden. Ein Phänomen, das beim Diskonter Lidl auch offiziell bestätigt wird: „Ja, wir können einen Anstieg der Diebstähle bzw. Diebstahlversuche bestätigen“, heißt es aus dem Konzern.

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