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Handy, Navi und Co.: Immer mehr Unfälle durch Unachtsamkeit

Ein Drittel der Unfälle mit Verletzten passieren wegen Handy, Navi und Co. Bei Baustellen sind es bereits 40 Prozent.
businesswoman texting while driving

Dass Ablenkung und Unachtsamkeit zu schweren und oft auch tödlichen Verkehrsunfällen führen können, weiß man mittlerweile. Das Fahrverhalten ändert sich aber trotzdem nicht, wie auch die Unfallstatistik der Asfinag beweist. Im Gegenteil: Von 2.173 Unfällen mit verletzten Personen im Vorjahr waren 669 auf Ablenkung zurückzuführen, und damit neuerlich mehr als 2024 (658). 

Damit baut das Hantieren mit Mobiltelefon, Navi und Co den unrühmlichen Vorsprung weiter aus. Nahezu ein Drittel der Unfälle auf den Autobahnen wird zu dieser Ursachen-Kategorie gezählt. 20 Menschen kamen bei diesen Unfällen ums Leben, 46 tödliche waren es im Vorjahr insgesamt. Ein besorgniserregendes Detail: 337 der 669 Unfälle zählen zum Unfalltyp „Auffahren auf stehendes oder fahrendes Fahrzeug“. Ein Beweis dafür, dass viele Unfallverursacher nicht nach vorne auf die Straße schauen, sondern unachtsam oder durch das Handy abgelenkt sind.

Gefahr für Arbeitende

Bei den Unfällen in Baustellenbereichen ist der Anteil von Ablenkung und Unachtsamkeit sogar noch höher. Von 218 Unfällen im Vorjahr waren 89 und damit fast 40 Prozent darauf zurückzuführen. Dabei sollte man gerade in diesen Abschnitten mit noch mehr Vorsicht unterwegs sein, um nicht dort arbeitende Menschen zu gefährden. Denn der „Arbeitsplatz Straße“ ist gefährlich, wie auch der tragische tödliche Unfall eines ASFINAG-Mitarbeiters in Kärnten vor zwei Wochen wieder gezeigt hat.

„Ablenkung ist die häufigste Ursache tödlicher Unfälle“, appelliert Verkehrsminister Peter Hanke an das Verantwortungsbewusstsein der Lenkerinnen und Lenker. „Deshalb brauchen wir Bewusstseinsbildung, moderne Sicherheitstechnologien und mehr Rücksicht gegenüber den Menschen, die täglich auf unseren Autobahnen unterwegs und auch im Einsatz sind. Die beste Infrastruktur und die beste Technik helfen nämlich nichts, wenn man während der Fahrt mit dem Handy oder dem Navigationsgerät hantiert.“

50 Prozent der Todesfälle

Der negative Trend zeigt sich auf den Autobahnen in nahezu allen Bundesländern. In Niederösterreich stieg die Zahl der Ablenkungs- Unfälle von 176 (2023) auf 189 im Vorjahr, in Oberösterreich von 84 auf 112, in der Steiermark von 83 auf 103 und in Tirol von 69 auf 80. Besonders bedenklich ist die erste Auswertung der Ursachen der tödlichen Unfälle im Jahr 2026: Bei acht der bisher 17 Menschen, die auf Autobahnen ums Leben kamen, war die Ursache Ablenkung, also fast schon 50 Prozent.

Die Asfinag hat daher gemeinsam mit dem ÖAMTC die Offensive „Danke, dass du auf meine Mama/meinen Papa aufpasst“ gestartet, um den „Arbeitsplatz Straße“ sicherer zu machen. Botschafter sind die Kinder der Mitarbeitenden. Sie verdeutlichen damit emotional, dass hinter allen Tätigkeiten auf den Autobahnen und Schnellstraßen Menschen stehen, die für die Allgemeinheit im Einsatz sind. 

„Der Arbeitsplatz Straße ist gefährlich. Wir tun alles, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, aktuell mit einem neuen KI-basierten Kollisionswarn-System, das abgelenkte Fahrzeuglenker mit einem Hupsignal warnt“, sagt Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl. „Aber der größte Hebel für mehr Sicherheit ist der Mensch. Unsere Botschaft ist einfach: Danke, dass ihr aufpasst, damit die Mamas und Papas, aber auch Söhne und Töchter, die in der Asfinag arbeiten, wieder sicher nach Hause zu ihren Familien kommen.“

Asfinag und ÖAMTC testen derzeit ein KI-basiertes System, das Arbeiten unter Verkehr noch sicherer machen soll. Eine Kamera erkennt Fahrzeuge ab etwa 300 Meter Entfernung, die KI analysiert deren Fahrweg und warnt rechtzeitig bei einer möglichen Kollision.

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