Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

Komme es zu Zwischenfällen, greifen die Polizisten ein und bringen beispielsweise Randalierer von den relativ offen gehaltenen Wohnungsgruppen in Sicherheitsräume oder gar in die grün gehaltene, völlig leere "Gummizelle".
Anhaltezentrum nahm Probebetrieb auf: Im Jänner kommen die ersten Schubhäftlinge.

Ein Andachtsraum mit dickem roten Teppich, ein Besucherzimmer mit bunten Tischen, Aufenthaltsbereiche, die als „Wohngruppen“ bezeichnet werden. Davon gibt es sechs im neuen Anhaltezentrum Vordernberg.

Am Mittwoch startete der Probebetrieb in dem Haus, in dem bis zu 200 Schubhäftlinge Platz haben. Offizieller Betrieb ist ab 15. Jänner, die ersten dürften ab dem 20. Jänner nach Vordernberg kommen, zwei bis sechs Wochen Aufenthaltsdauer sind vorgesehen. „Wir sind keine Justizanstalt, kein Gefängnisbereich“, versichert Kommandant Herwig Rath. „ Wir bringen heimreisewillige Personen so weit, dass sie wieder dorthin kommen, wohin sie wollen.“

Gummizelle

Doch wie in Justizanstalten gibt es auch hier „Sicherheitszellen“ für Menschen, die andere gefährden und eine „besondere Sicherheitszelle“ mit dicken, grüne Gummimatten an Boden und Wänden. Für Pärchen wurde auch ein „Einzelbesuchraum“ eingerichtet, ohne Bett, nur mit Sesseln die abgespeckte Version der Kuschelzelle.

Bilder: Von der Kuschel- bis zu Gummizelle

Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

VORDERNBERG: ANHALTEZENTRUM
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: ANHALTEZENTRUM
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

VORDERNBERG: ANHALTEZENTRUM
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: ANHALTEZENTRUM
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: ANHALTEZENTRUM
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: ANHALTEZENTRUM
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: AUSSENANSICHT
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: EINGANGSBEREICH
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: ANHALTEZENTRUM
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: BESUCHSRAUM
Anhaltezentrum Vordernberg: Ein Blick hinter Gitter

SCHUBHAFTZENTRUM VORDERNBERG: BÜRO

Gemeinsam mit Vordernbergs Bürgermeister Walter Hubner führt die Polizei Medien durch das Gebäude. Dass in Vordernberg Exekutive und die private Sicherheitsfirma G4S miteinander arbeiten, sorgte und sorgt noch für heftige Kritik. So fordert Alev Korun, Grüne, erneut, den gesamten Vertrag zwischen Gemeinde und G4S zu erhalten, samt Beilagen. Hubner winkt ab. „Der Vertrag ist auf unserer Homepage. Mehr Handlungsspielraum sehe ich gegenüber der Frau Abgeordneten nicht.“ Beilagen mit Bauplänen und Tagesabläufe würden aber der Volksanwaltschaft zur Verfügung gestellt.

Deren erster Besuchstermin ist am 10. Jänner. Die Volksanwälte sind skeptisch wegen der gemeinsamen Tätigkeit von Privaten und Staat, auch in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte. Sie prüfen Vergabe und Verträge.

Weisungen

Doch Albert Grasel, Chefinspektor im Innenministerium, versucht, diese Bedenken zu zerstreuen: G4S sei bloß „Verwaltungshelfer“. Hausherr sei der Kommandant. Er sei gegenüber den Mitarbeitern von G4S auch weisungsbefugt. Dafür gibt es laut Bürgermeister auch eine schriftliche Anweisung des Innenministeriums. „Im jedem Fall hat die Polizei das Sagen“, versichert Zentrumsleiter Rath. 55 Polizisten und 68 G4S-Leute machen in Vordernberg Dienst.

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