Chronik | Österreich
30.06.2018

Acht Euro für eine Schoko-Tafel

In Raststationen und auf Flughäfen kann es teuer werden

„Ab in den Urlaub. Koste es, was es wolle“ – dieses Motto gilt nicht nur beim Buchen der Traumdestination, sondern auch am Reisetag selbst, wenn der Urlauber oft für Kleinigkeiten tief in die Tasche greifen muss.

Wie auf der Raststation Dreiländerecke auf der Südautobahn kurz vor der italienischen Grenze. An der Eni-Tankstelle kostet die 300-Gramm-Tafel Schokolade 7,99 Euro. Bei der Südrast gegenüber muss man für den kleinen Salat 5,50 Euro hinblättern, eine Scheibe Brot kostet 80 Cent.

„Eine Frechheit“, sagt Melanie Obrechter und beißt in eine Banane, die die Salzburgerin mitgebracht hat. Sie ärgert sich, dass sie am Weg nach Jesolo die Toilette aufsuchen musste. „50 Cent, das weiß man eh. Daher rege ich mich über die Preise gar nicht auf. Ich will mir nicht die Grundstimmung für den Lignano-Urlaub verderben“, erklärt Martin M. aus Wien.

Ronald Tomberger aus St. Josef (St.) hat sich eine Portion Ham and Eggs gegönnt. „5,50 Euro – mit zwei Eiern. Das war schon teuer. Aber man rechnet ja mit solchen Preisen“, meint er. Das tat auch Sabrina Knapp-Raith aus Knittelfeld. „Ich habe Jause und Wurstsemmeln eingepackt, konsumiere hier nichts“, betont sie.

Innenstadt-Preise

Schauplatzwechsel zum Flughafen Wien-Schwechat. Pünktlich zum Ferienbeginn in Ostösterreich schieben sich die Urlauber zu ihren Gates. Wer hungrig oder durstig ist, findet vor den Sicherheitskontrollen zwei Supermärkte. Dahinter muss man allerdings tiefer in die Tasche greifen. Das günstigste Wasser (0,5 Liter-Flasche) zum Mitnehmen kostet 1,90 Euro. Ein paar Meter weiter allerdings ist es schon deutlich teurer: Die Flasche Evian kostet 4,50 Euro, gekauft wird sie trotzdem. Oft übersehen: Die Gratis-Wasserbrunnen zum Auffüllen der leeren Flaschen.

Das kulinarische Angebot ist vielfältig. Das Veggie-Breakfast bei Jamie Oliver kostet acht Euro – ohne Kaffee. Der Saft bei der Juice Factory ab 5,50 Euro aufwärts und die Sachertorte beim Demel ebenfalls 5,50 Euro. Franz Hödl stellt sich lieber für den Kaiserschmarren an. „Leicht erhöht sind die Preise hier schon“, sagt er. „Aber so oft fliegt man ja nicht weg. Das ist schon in Ordnung.“

Die Preise orientieren sich übrigens an der Wiener Innenstadt. Im Durchschnitt geben Passagiere 15 Euro in der Flughafen-Gastronomie aus.