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Chronik Österreich
05/23/2019

5.803 illegale Automaten in drei Jahren sichergestellt

Arbeitsgruppe im Bundeskriminalamt agiert seit 2018 gegen kriminelle Auswirkungen

von Patrick Wammerl

Das illegale Glücksspiel ist in Österreich immer noch ein lukratives Millionengeschäft. In den drei vergangenen Jahren wurden im gesamten Bundesgebiet von den Behörden 5.803 illegale Glücksspiel-Automaten sichergestellt. Oberösterreich führt mit 1.839 beschlagnahmten Geräten das Bundesländer-Ranking klar vor Wien (1.220) an, Schlusslicht ist dabei das Burgenland mit 181.

Ermittlungen der Finanzbehörde zufolge werden mit einem durchschnittlichen Glücksspielautomaten bis zu 100.000 Euro pro Jahr eingespielt. In der Anschaffung kostet ein Gerät bei Herstellern im Ostblock etwa 1.000 Euro. Weil viele Betreiber solcher Automaten Razzien und einige Tausend Euro Strafe in Kauf nehmen, hat die Behörde im Vorjahr die Gangart verschärft.

Strukturen aufdecken

Seit Juni 2018 gibt es im Bundeskriminalamt eine Arbeitsgruppe, die zur Bekämpfung der kriminellen Auswirkungen des illegalen Glückspiels eingerichtet worden ist. Deren Aufgabe ist, diese Strukturen organisierter Kriminalität aufzudecken und zu zerschlagen.

Laut dem Sprecher des Bundeskriminalamtes, Vincenz Kriegs-Au, fanden die Ermittler heraus, dass österreichweit mehrere Gruppierungen illegales Glücksspiel betreiben. Auffallend war, dass sich deren Vorgehensweisen stark ähneln.

In der Regel werden Lokalitäten angemietet, die an ausländischen Scheinfirmen untervermietet werden. „Nicht zu unterschätzen ist die Begleitkriminalität eines solchen Systems“, sagt Vincenz Kriegs-Au vom Bundeskriminalamt.

Ohnehin schon wenig Begüterte würden an den Automaten nicht selten ihr letztes Hemd verspielen und danach Raubüberfälle begehen, um wieder an Geld zu gelangen.