Ein Schwammerlsucher pflueckt am Mittwoch, 30. Juli 2008 in einem Waldstueck in St. Martin bei Lofer im Bundesland Salzburg einen Steinpilz. Fuenf Waldbesitzer aus dem Lanvanttal in Kaerten wollen von jedem, der in ihren Waeldern Pilze sammelt 45 Euro kassieren. Bei den Einheimischen und bei den Touristen stoesst die Aktion auf Unverstaendnis. (AP Photo/Kerstin Joensson) --- A mushroom collector cuts a mushroom in a forest in St. Martin bei Lofer in the Austrian province of Salzburg, on Wednesday, July 30, 2008. (AP Photo/Kerstin Joensson)

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Pilze
07/15/2013

2013: Ein schlechtes Jahr für Schwammerl-Sucher

Wetterextreme sorgen für durchwachsene Verhältnisse. Ein Sommerloch droht.

Die Wetterextreme des heurigen Jahres haben auch ihre Auswirkungen auf die Schwammerlsaison. Normalerweise dürfen sich Schwammerlsucher im Juli bereits über die ersten Eierschwammerl, Parasole oder Steinpilze freuen. Dieses Jahr ist die Pilzsaison aber durch die vorausgegangen Wetterkapriolen eher holprig. "Die Saison ist unberechenbar", sagte Irmgard Greilhuber von der mykologischen Gesellschaft.

Die Temperatur- und Feuchtigkeitswerte bieten heuer keine optimalen Voraussetzungen. Greilhuber: "Mittlerweile lässt sich ein Sommerloch beobachten." Durch den Klimawandel zeichnet sich bei den Schwammerl künftig eine Frühjahrssaison und eine Herbstsaison ab. Auch die übermäßig feuchten Monate Mai und Juni haben sich für die Pilze als nicht zuträglich erwiesen. Im Allgemeinen bieten sich Berglagen für Pilze mehr an als flaches Terrain, rund um Wien sieht es daher derzeit noch "durchwachsen" aus.

Beratung

Für Schwammerlsucher bietet das Marktamt eine Beratung an. Dort können die Funde augenscheinlich auf ihre Essbarkeit überprüft werden. "Immer wieder werden giftige Pilze vorgelegt", sagt Alexander Hengl, Pressesprecher des Marktamts. Bisher hielt sich der Andrang aber noch in Grenzen. Pro Jahr werden rund fünf tödlich giftige Pilze entdeckt. Verwechslungen von Knollenblätterpilz und Schirmpilz können, trotz augenscheinlicher Unterschiede, "ein einmaliges Versehen" werden, so Hengl weiter. Heuer gab es bei der Vergiftungsinformation noch keinen bestätigten Fall einer Pilzvergiftung. Auch in der Online-Datenbank der mykologischen Gesellschaft kann man sich über die essbaren und gefährlichen Pilze schlau machen.

Pilze selbst sind weder Pflanzen noch Tiere. Sie sind eigenständige Lebewesen, sogenannte mehrzellige Eukaryonten, die sich durch ihre Zellstruktur vom Tierreich und durch ihre Unfähigkeit zur Fotosynthese von den Pflanzen unterscheiden. Was gemeinhin als Schwammerl gilt, ist nur der Fruchtkörper des Pilzes, der zur Fortpflanzung an der Oberfläche wächst. Der eigentliche Pilz ist das Mycel, ein Geflecht aus fadenförmigen Zellen, das unter der Erde oft mehrere Quadratmeter groß wächst. Pilze leben von Nährstoffe, die von anderen Lebewesen aufgebaut wurden. Einige Pilzarten bilden mit Bäumen eine Mykorrhiza, eine Symbiose von Pflanze und Pilz. Durch die Umwickelung der Wurzeln kann der Pilz Kohlenhydrate des Baumes aufnehmen, dieser wird durch das feine Geflecht besser mit Mineralien und Wasser versorgt.
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