Wohnen zu teuer: Beirat soll mit „Schnickschnack“ aufräumen

Steigende Bodenpreise und teure Fassaden lassen die Kosten für Wohnungen explodieren.

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© Bild: APA/HANS KLAUS TECHT
Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner reicht es. Er will in seinem Ressort einen Wirtschaftlichkeitsbeirat einrichten, um Wohnen günstiger zu machen.

„Durch allerlei unnötigen Schnickschnack aus dem Baurecht sind wir gezwungen, viel zu teuer zu bauen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Menschen ein Mercedes aufgezwungen wird, die eigentlich nur einen soliden Golf haben möchten und auch nur den bezahlen wollen und können.“

Hier müsse man einmal die Grenzen aufzeigen. „Die Fassadengestaltung im städtischen Raum ist ein Kostentreiber. Die Mieter müssen das dann bezahlen.“ Er sei überzeugt, dass man gleichzeitig qualitativ und kostengünstig bauen könne.

Kostenlose Gründe

Auf dem Land machen Haimbuchner speziell die steigenden Bodenpreise Sorgen. Er fordert die Gemeinden auf, für den sozialen Wohnbau wieder, so wie es früher der Fall war, kostenlose Grundstücke zur Verfügung zu stellen. Das würde helfen, die Mieten zu senken. Neben überteuerten Fassaden halte er überdachte Fahrradplätze für überflüssig. Nicht die Überdachung sei teuer, sondern der dafür nötige Grund. Denn die Radler würden aus Angst vor Diebstahl das Rad sowieso im Haus abstellen. Aber auch das Klimaschutzgesetz trage zu den Verteuerungen bei. Haimbuchner: „Wir kennen die Kostentreiber.“

"Den Menschen wird ein Mercedes aufgezwungen, wo sie doch nur einen soliden Golf wollen.“

Pro Jahr sollten in Oberösterreich 7000 Wohneinheiten errichtet werden, 5000 davon mit öffentlicher Wohnbauförderung. Die Hälfte davon (2500) sind Häuslbauer, 2500 Wohnungen im mehrgeschoßigen Wohnbau, 2000 Wohnungen schafft der freie Markt. Haimbuchner: „Mein Ziel ist die Aufrechterhaltung der Bauleistung. Nur so bleiben die Mieten leistbar.“

Den Sozialdemokraten ist das zu wenig. „Haimbuchner betreibt Mangelverwaltung, aber er ist mit seinen schlechten Budgetverhandlungen für diese Mängel auch selbst verantwortlich“, sagt SPÖ-Wohnbausprecher Christian Makor. Der FPÖ-Landesrat verfehle damit das Minimalziel von 5000 Wohneinheiten. Die negativen Folgen der zu geringen Bauleistung seien steigende Wohnungsnot und stark steigende Mietpreise. Das Wohnbaubudget für 2013 liege wieder 15 Millionen Euro unter dem absoluten Wert des Jahres 2009.

Haimbuchner hält der Kritik entgegen, dass er die Realität anerkenne, dass es nicht mehr Geld gebe. „Ich kann mit den entsprechenden Mitteln die Bauleitung aufrecht erhalten. Wir haben uns auf hohem Niveau stabilisiert.“ Bei der Wohnbeihilfe habe es Einsparungen mit Augenmaß gegeben, sie sank um 6,7 Millionen auf 73,8 Millionen Euro.

( Kurier ) Erstellt am 03.01.2013