Wird Anschober Spitzenkandidat der Grünen?

Landesrat Rudolf Anschober
Die Grünen benötigen eine attraktive Spitze, um wieder im Parlament vertreten zu sein.

Mit der Vorverlegung der Nationalratswahl auf den Herbst hat auch das Ringen um die Kandidatenlisten begonnen. Schwierig ist die Situation bei den Grünen, weil sie im Parlament zuletzt nicht vertreten waren, die alte Riege abgetreten ist und Bundessprecher Werner Kogler mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Europaparlament wechselt. Wer soll nun die Grüne Bewegung österreichweit repräsentieren?

Wird Kaineder verheizt?

Eine Möglichkeit wäre, dass Stefan Kaineder die Führung übernimmt, denn er ist seit drei Monaten stellvertretender Bundessprecher und seit einem Monat oberösterreichischer Landessprecher. Doch die Gefahr ist groß, dass das 34-jährige Talent in Wien verheizt wird.

Überregional bekannt

Damit kommt Rudolf Anschober ins Spiel. Der 58-Jährige hat sich mit seinem Einsatz für Asylwerber überregional profiliert und verfügt vermutlich unter den Grünen Politiker über den höchsten Bekanntheitsgrad. Zudem kennt er die parlamentarischen Verhältnisse gut, da er von 1990 bis 1997 bereits Abgeordneter zum Nationalrat war. Für die Variante Anschober spricht auch , dass er seit 16 Jahren Landesregierungsmitglied ist und so manche Grüne gerne eine Blutauffrischung hätten. Somit würde die Variante Anschober als Spitze in Wien und Kaineder als neuer Landesrat in Linz durchaus Sinn machen.

Grüner Langläufer

Anschober hat bisher stets betont, im Herbst die Entscheidung über seine weitere Laufbahn bekannt geben zu wollen. Die neue Dynamik in Wien wird ihn aber zu früheren Äußerungen zwingen. Er sieht sich selbst durchaus als Grünen Langläufer, der in diesem Zusammenhang auf den 71-jährigen Grünen Winfried Kretschmann, der seit acht Jahren Baden-Württemberg als Ministerpräsident erfolgreich regiert.

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