Warnung an Fliegerclub Weiße Möwe: Stadt wünscht Kompromiss

Warnung an Fliegerclub Weiße Möwe: Stadt wünscht Kompromiss
Nach Kündigung des Mietvertrags will die Stadt Wels Taten sehen.

In den langwierigen Streit um die teilweise Umwidmung des Welser Flugplatzgeländes in ein Betriebsbaugebiet kommt Bewegung. Am Dienstag hat der Stadtsenat einstimmig beschlossen, den Pachtvertrag des Fliegerclubs Weiße Möwe mit 2027 zu kündigen. Falls Vertragsverletzungen nachgewiesen werden, muss die Weiße Möwe früher gehen. Allerdings: Die Tür scheint für den Fliegerverein nicht endgültig zu.


„Schuss vor den Bug“ Wolf Ruzicka, Sprecher der Weißen Möwe, betrachtet dies nur als „Schuss vor den Bug“ und ist überzeugt, das letzte Wort sei noch lange nicht gesprochen: „Unser Verein war in seiner 63-jährigen Geschichte mehrfach begehrliches Ziel für Bautätigkeiten. Wir hatten aber nie ernsthaft Grund, uns zu fürchten.“


Bürgermeister Peter Koits verweist darauf, dass der Beschluss nur wegen der mangelnden Kompromissbereitschaft des Vereinsvorstands gefallen sei: „Wir haben mehrmals versucht, zu verhandeln. Jetzt ist der Punkt erreicht, wo wir Taten sehen wollen.“ Konkretes Interesse an der Übernahme des Geländes habe etwa die Firma Felbermayr angemeldet, die im Welser Industriegebiet aus allen Nähten platzt.
Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner rät, den Beschluss nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Die Kündigung ist ein klares Bekenntnis aller drei Fraktionen, dass Arbeitsplätze Priorität haben.“


Am Flugplatz prallen drei Interessensgruppen aufeinander: Flugverkehr, Naturschutz und Betriebe. Ein Vorschlag der Stadt, 27 Hektar des 110 Hektar großen Areals in Betriebsbaugelände umzuwidmen, wurde im September abgeschmettert. „Wir versuchen, alle Interessen unter einen Hut zu bringen, aber für die Weiße Möwe geht es um alles oder nichts. In letzter Konsequenz muss der Verein eben auf den Flugplatz Hörsching ausweichen“, warnt Lehner, der sich weiterhin mit dem Vereinsvorstand an den Verhandlungstisch setzen möchte.

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