Von Anton Bruckner bis Pop und Jazz

Das Bruckner Orchester hat viele Auftritte beim Fest.
Foto: LIVA

Am kommenden Sonntag startet das Brucknerfestival. Stars wie Cecilia Bartoli oder Jools Holland beehren Linz.

Klassisch anders" lautet das Motto des Linzer Brucknerfests, das heuer von 11. September bis 7. Oktober dauert. Der Leitgedanke zieht sich durch das gesamte Programm.
Das Spektrum ist vielfältig, es reicht von Mozart über Anton Bruckner bis hin zu zeitgenössischen Klängen von Jazz und Pop. "Die Musikwelt besteht nicht nur aus klassischen Tönen und Anton Bruckner. Daneben gibt es viele hervorragende Künstlerinnen und Künstler", sagt Wolfgang Winkler, der künstlerische Leiter des Brucknerhauses. Er forciert schon seit einigen Jahren eine Öffnung hin zu anderen Musikstilen.

Popmusik

Einer dieser von ihm als hervorragend bezeichneten Künstler ist der englische Musiker und Fernsehmoderator Jools Holland, der sich am Samstag, den 24. September, im Posthof die Ehre geben wird. Er hat auch die Synthie-Pop-Legende Marc Almond, der Soft Cell gründete, die Soul-Sängerin Ruby Turner oder den Hamburger Swing-Sänger Roger Cicero eingeladen.
Als prominente Vertreterin der klassischen Musik beehrt am 7. Oktober Operndiva Cecilia Bartoli den Großen Saal des Brucknerhauses. Sie wird ausgewählte Arien von Georg Friedrich Händel zum Besten geben. Wer noch Karten dafür möchte, hat Pech. Das Konzert ist bereits ausverkauft. "Sie ist ein Top-Star der Sängerszene und sehr rar am Konzertsektor, da ist es keine Überraschung, dass es bereits jetzt keine Tickets mehr gibt", sagt Winkler.

Stardirigent

Ein weiterer Höhepunkt der Klassik sind die Auftritte des gefeierten Dirigenten Riccardo Chailly mit dem Gewandhaus-Orchester Leipzig. Am 16. September geben sie in der Stiftsbasilika St. Florian Bruckners sechste Symphonie zum Besten. Am 17. September widmen sie sich im Großen Saal des Brucknerhauses Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Festrede zur Eröffnung in diesem Jahr hält Ludwig Adamovich, der ehemalige Präsident des österreichischen Verfassungsgerichtshofs. "In seinem Vortrag geht es um das Unbehagen an der Demokratie. Er nimmt dabei auf aktuelle Ereignisse Bezug, wer für Vergehen angeklagt wird und wer nicht", erklärt Winkler. Der streitbare Jurist werde in seiner Ansprache herausarbeiten, dass die Demokratie die wichtigste, aber auch die mühsamste Staatsform sei.
Ins Leben gerufen wurde das Festival 1974 kurz nach der Eröffnung des Brucknerhauses an der Donaulände. Der Schwerpunkt lag damals noch ausschließlich auf klassischer Musik, insbesondere der von Anton Bruckner.
"Das war sehr wichtig für die Stadt. Damit hat man in Linz die Klassik nachgeholt." Fünf Jahre später kamen die Ars Electronica, die das Brucknerhaus noch immer mitveranstaltet, und die Klangwolke hinzu.
In diesem Jahr rechnet der künstlerische Leiter mit bis zu 11.000 Besuchern, das entspricht einer Auslastung von 85 Prozent.

Neuer Leiter

Wolfgang Winkler tritt 2013 in den Ruhestand. Neuer künstlerischer Leiter wird der deutsche Kulturmanager Hans-Joachim Frey, der unter anderem zehn Jahre die Semperoper Dresden geleitet hat. Dies wurde vergangene Woche entschieden.

Höhepunkte

Eröffnung Geladene Gäste hören am Sonntag, 11. September, ab 10.30 Uhr das Eröffnungswerk des Komponisten Johannes Berauer, der Jazz und Klassik verbindet.
Um 19 Uhr gehen dann das Eröffnungskonzert im Brucknerhaus und die Klassische Klangwolke über die Bühne. Ab 20 Uhr werden Bernsteins Ouvertüre zu Candide und Dvořáks Symphonie "Aus der Neuen Welt" im Donaupark übertragen.

Klangfarben Das Ensemble Vox Clamantis und der Posaunist Paul Zauner überführen Jazz in kosmische Klänge (Dienstag, 13. 8., 19.30 Uhr im Brucknerhaus).

Liederabend Die Schauspielerinnen Julia Ribbeck und Christiane Schulz singen im Posthof Liebeslieder unter anderem von Konstantin Wecker oder Georg Danzer (Dienstag, 20. 9., bis Samstag, 24. 9., 20 Uhr).

Domkonzert Ein Teil des Vokalwerks Anton Bruckners wird am Mittwoch, den 21. September, um 19 Uhr im Alten Dom aufgeführt.

Oper Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni über einen selbstsüchtigen Wüstling steht im Brucknerhaus am Programm (Sonntag, 25. 9., 17 Uhr).

Stiftskonzert Das Bruckner Orchester spielt unter der Leitung von Chefdirigent Dennis Russell Davies am Freitag, den 30. September, in der Stiftsbasilika St. Florian um 19.30 Anton Bruckners 2. Symphonie.

(kurier) Erstellt am
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