Chronik | Oberösterreich
13.04.2017

Verhüterli für Steinphallus wahrt Osterfrieden

Besitzer will den umstrittenen antiken Riesenpenis der Region Salzkammergut überlassen. Der Erlös soll einem gutem Zweck zufließen.

Die vorösterliche Posse um einen steinernen Riesen-Penis neben einem Kreuzweg in der Salzkammergutgemeinde Traunkirchen wurde am Donnerstag um zwei Akte verlängert. Der Eigentümer der nach eigenen Angaben fast 2000 Jahre alten griechischen Skulptur ließ dem steinernen Fruchtbarkeitssymbol eine knallig gelbe Hülle überstülpen. Dann überraschte er mit dem Angebot, das Unikum für einen karitativen Zweck in der Region versteigern lassen zu wollen.

Er möchte den Osterfrieden wahren und Gläubige bei Prozessionen am ältesten Kreuzweg des Salzkammerguts nicht irritieren, sagte der Antiquitäten-Millionär Jürgen Hesz. Allerdings nicht ohne Augenzwinkern: Seine ursprüngliche Idee, ein überdimensionales Noppenkondom über den "Stein des Anstoßes" zu ziehen, ließ der Unternehmer zwar fallen. Doch das neue "Verhüterli" besticht durch den zweideutigen Nietzsche-Spruch "Gelobt sei alles, was hart macht" und einen Goethe-Vers über "steife Glieder". Damit richtete Hesz eine neue süffisante Botschaft an seine Kritiker.

Der Streit um den zwei Meter großen und zwei Tonnen schweren Penis im Park der sogenannten Russenvilla, die Hesz gehört, sorgte sogar in der internationalen Presse für Aufsehen.

Sichtschutz

Einen Sichtschutz, den Bürgermeister Christoph Schragl und Helfer eigenhändig errichteten, um "Ruhe einkehren zu lassen", ließ Hesz unter Androhung einer Klage wieder abbauen. "Obwohl ich die Aufregung nicht verstehe, bleibt der Phallus jetzt zwei Tage verhüllt", kündigte Hesz gestern gegenüber dem KURIER an. Er wolle weder das historische katholische Antlass-Singen noch die Karfreitagsprozession beeinträchtigen, erklärte der Kunsthändler. Beide Traditionsveranstaltungen führen auf dem Weg an seiner Villa vorbei. Dass ein antiker Phallus als Kunstobjekt für solches Aufsehen sorgen kann, sei für ihn unverständlich, meinte Hesz.

Gemeinsam mit dem Traunkirchner Bürgermeister Christoph Schragl stellte er sich gestern Nachmittag der Presse. "In diesem Rahmen hat Herr Hesz dem Ganzen eine neue Wende gegeben. Er bot der Gemeinde und der Pfarre an, den Phallus zu versteigern und den Erlös einer karitativen Sache in unserer Region zuzuführen", berichtete Schragl über die neueste Entwicklung in der Causa. Damit wird der Steinpenis, den Hezs im Keller des Schlosses Schwarzenau im Waldviertel gefunden hat, auch weiter ein Thema im Salzkammergut bleiben.