Verdächtiger wurde in Nervenklinik überstellt

Mordfall Braunau: Die Haftrichterin verlängerte die Untersuchungshaft um einen Monat.

m Fall der tödlichen Messerstiche unter Schulkollegen in Braunau hat sich der 17-jährige Hauptverdächtige am Montag einer Haftprüfungsverhandlung stellen müssen. Deren Ergebnis: Die Untersuchungshaft gegen Ivan D. wurde um einen Monat verlängert. Die Justiz wirft dem Jugendlichen vor, am Abend des 20. November in der Wohnung seiner Großmutter den 16-jährigen Schulfreund Sebastian D. ermordet zu haben. "Der Verdächtige bleibt dabei, dass er sich an die Tat selbst nicht erinnern kann", bestätigt Alois Ebner von der Staatsanwaltschaft Ried. Die Entscheidung der Haftrichterin fiel für den juristischen Vertreter des Beschuldigten nicht überraschend aus. "Das war zu erwarten. Daher haben wir unsererseits auch auf jegliche Beschwerde dagegen verzichtet", betont der Salzburger Rechtsanwalt Franz Essl.



Akute Suizidgefahr

Der körperliche Zustand seines Mandanten habe sich nach dessen Selbstmordversuch am Abend der Tat deutlich gebessert. "Seine Verletzungen sind am abheilen, er wird jetzt medikamentös behandelt", erklärt Essl. Die psychische Verfassung von Ivan D. sei weiterhin extrem schlecht. "Er ist wegen akuter Suizidgefahr von der Justizanstalt Ried nach Linz in die Landesnervenklinik Wagner-Jauregg überstellt worden." In der forensischen Abteilung des Spitals werde er nun von der renommierten Psychiaterin Adelheid Kastner betreut. Darüber gibt sich Essl erleichtert: "Ich habe den Eindruck, dass sich mein Mandant dort in bester medizinischer Betreuung befindet." D. sei aus Sicherheitsgründen in seinem Krankenzimmer auch nicht alleine untergebracht worden. Das von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Gutachten des Salzburger Psychiaters Ernst Griebnitz war am Montag noch nicht fertig. Der Sachverständige prüft, ob bei D. eine psychische Erkrankung vorliegt und ob er bei der Tat zurechnungsfähig war. "Es stehen noch Untersuchungen aus", bestätigt Essl. Laut Staatsanwalt Ebner soll der 17-Jährige in etwa eineinhalb Wochen einvernommen werden. Bis dahin dürften die Ergebnisse der kriminalpolizeilichen Ermittlungen auf dem Tisch liegen.

( Kurier ) Erstellt am 06.12.2011